Mein Studium Einsatz in Krisengebieten
Carlo Koos erzählt, wie Hilfsorganisationen in Kriegsgebieten oder Krisenregionen arbeiten
Wenn Menschen in Notlagen sind, sind sie schnell vor Ort: Ärzte ohne Grenzen. Die Organisation hilft der Zivilbevölkerung - im Kriegsfall, bei Epidemien oder Umweltkatastrophen.
Carlo Koos arbeitet als Projektleiter bei Ärzte ohne Grenzen. Er kümmert sich nicht um die medizinische Versorgung, sondern stellt sicher, dass die Ärzte ihre Arbeit aufnehmen können. Denn sie müssen von den verschiedenen Gruppen in einem Land akzeptiert werden: von traditionellen Führern, den politischen Autoritäten oder dem Militär.
Neutraler Helfer
"Die Arbeit ist wichtig, denn die Vorbehalte gegenüber Hilfsorganisationen sind oft sehr hoch", sagt Carlo Koos. Bei Gewaltkonflikten zum Beispiel sei der Vorwurf der Spionage nicht selten. Andererseits gebe es auch Situationen, in denen Soldaten um Hilfe bitten - was ebenfalls heikel ist. Denn die Hilfsorganisation muss neutral bleiben und kümmert sich deshalb um die Bedürfnisse der Zivilbevölkerung.
Von Libyen bis Südsudan
Carlo Koos ist Politikwissenschaftler. Nach seinem Studium bewarb er sich bei Ärzte ohne Grenzen. In den vergangenen Jahren hatte er mit der Organisation Einsätze in unterschiedlichen Ländern: in Libyen, Swasiland oder im Südsudan. Zur Zeit arbeitet er am Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg an seiner Promotion.