Mein Studium Hebammenkunde
Von Viola Zech und Vanessa Dähn
Für viele Frauen ein Traumberuf: Hebamme. Doch leider nicht besonders lukrativ. Seit Kurzem kann man Hebammenkunde auch studieren.
Geburtsvorbereitungskurse für werdende Eltern, die intensive Betreuung der Mutter während der Geburt, Hilfe beim Stillen und Versorgen des neugeborenen Kindes: Hebamme, das ist der Traumberuf vieler junger Frauen. Aber es gibt auch schwierige Momente: Es werden kranke Kinder geboren und jede Hebamme betreut in ihrem Berufsleben mehrere Totgeburten. Auch hier ist die Professionalität der Hebamme gefordert.
Etwa 2000 Bewerberinnen kommen auf 20 Ausbildungsplätze. Umfangreiche Praktika und mindestens zwölf Jahre Schulbildung sind Voraussetzung für eine Bewerbung. An Hebammenschulen erwartet die Auszubildenden eine Mixtur aus Theorie und Arbeit auf Entbindungsstationen.
Seit Kurzem kann man Hebammenkunde auch studieren und zwar in Bochum, Osnabrück oder auch in Ludwigshafen.
Faktencheck und Erfahrungsbericht
Die Hebamme war schon immer ein wichtiger Beruf (Flickr.com | Heimatmuseum Seulberg | CC BY-NC-SA 2.0)Was umfasst die Hebammenkunde? Wer bietet den Studiengang an, und wie bewirbt man sich? Die wichtigsten Informationen zum Studium, aber auch zur Ausbildung als Hebamme gibt es im Faktencheck.
Kristina Täufer studiert Midwifery an der Universität in Osnabrück. Die ausgebildete Hebamme wollte nach zehn Jahren Berufserfahrung ihren Horizont erweitern und auch wissenschaftlich arbeiten. Sie erzählt von ihrem Studium. Außerdem wirft DRadio Wissen-Autorin Vanessa Dähn einen Blick in die Vergangenheit und erklärt, wie sich der Beruf der Hebammen entwickelt hat.
Hören Sie die drei Berichte in: Geburtshilfe will gelernt sein
Die Reportage
Hausbesuch einer Hebamme: Ein Baby wird gewogen. (Waltraud Grubitzsch picture alliance / ZB)Die Ausbildung zur Hebamme dauert drei Jahre, dabei wechseln sich theoretische Unterrichtsblöcke und Einsätze auf Stationen ab. Die Hebammenschülerinnen und -schüler sind bis zum Examen bei mindestens 40 Geburten dabei und proben im Geburtshilfeunterricht den Ernstfall.
Wir begleiten eine Hebammenschülerin in den Unterricht und auf die Entbindungsstation des geburtenstärksten Krankenhauses Deutschlands in Berlin Neukölln. Dort werden jedes Jahr 3650 Babys geboren, das sind am Tag durchschnittlich zehn Kinder.
Zur Reportage: Zwischen Theorie und Entbindung
Das Interview
Der Hebammenberuf wird universitär. (Trevor Bair | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)Nicola Bauer ist Professorin für Hebammenkunde und hat viele Jahre als Hebamme in Geburtshäusern, freiberuflich und in Krankenhäusern gearbeitet. Seit dem Wintersemester 2011/2012 leitet sie den neuen Studiengang Hebammenkunde an der Hochschule für Gesundheit Bochum. Im Interview berichtet sie, warum die Ausbildung in Bochum in einen Studiengang umgewandelt wurde und welche Chancen ihre Absolventen haben.
Zum Interview: Geburtshilfe auf Akademisch
Die Berufsperspektiven
Pizza oder Baby? (Flickr.com | Shira Golding | CC BY-NC 2.0)Wer einen Ausbildungsplatz oder Studienplatz für den heißbegehrten Beruf der Hebamme ergattert und das Examen bestanden hat, kann sich glücklich schätzen. Doch welche Berufsaussichten haben fertige Hebammen? Hebammen können freiberuflich arbeiten, aber auch in Krankenhäusern. Wie viel Hebammen im Durchschnitt verdienen, klären wir in unserem Faktencheck Berufsfeld.
Zum Faktencheck:
Gute Aussichten, schlechte Bezahlung
Das Fach im Überblick
Männliche Hebammen sind die große Ausnahme. (dpa | Daniel Karmann)Bislang ist der Beruf der Hebamme ein reiner Frauenberuf: In Deutschland gibt es schätzungsweise nur drei männliche Hebammen – sie heißen Entbindungspfleger. Männer scheinen nicht Fuß zu fassen in diesem von Frauen dominierten Bereich. Ein Grund dafür könnte auch die schlechte Bezahlung sein. Die Autorin der Serie, Viola Zech, fasst im Gespräch alle wichtigen Informationen über den neuen Studiengang zusammen.
Zum Studien-Überblick: Entbindungspfleger sind selten
Alle Informationen zum Studiengang können Sie auch noch einmal nachhören in der Sendung "Mein Studium“. Am Samstag, 11. Februar, ab 9:05 Uhr.