Donnerstag, 23. Mai 2013

Mein Studium /

Mein Studium Hebammenkunde  

Von Viola Zech und Vanessa Dähn

Babys auf der Neugeborenenstation im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle
Bei der Geburt arbeiten Ärzte und Hebammen zusammen. (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)

Für viele Frauen ein Traumberuf: Hebamme. Doch leider nicht besonders lukrativ. Seit Kurzem kann man Hebammenkunde auch studieren.

Geburtsvorbereitungskurse für werdende Eltern, die intensive Betreuung der Mutter während der Geburt, Hilfe beim Stillen und Versorgen des neugeborenen Kindes: Hebamme, das ist der Traumberuf vieler junger Frauen. Aber es gibt auch schwierige Momente: Es werden kranke Kinder geboren und jede Hebamme betreut in ihrem Berufsleben mehrere Totgeburten. Auch hier ist die Professionalität der Hebamme gefordert.

Etwa 2000 Bewerberinnen kommen auf 20 Ausbildungsplätze. Umfangreiche Praktika und mindestens zwölf Jahre Schulbildung sind Voraussetzung für eine Bewerbung. An Hebammenschulen erwartet die Auszubildenden eine Mixtur aus Theorie und Arbeit auf Entbindungsstationen.

Seit Kurzem kann man Hebammenkunde auch studieren und zwar in Bochum, Osnabrück oder auch in Ludwigshafen.

 

Faktencheck und Erfahrungsbericht

Aufnahme aus einem Museum; zu sehen ist ein geöffneter Koffer, darin sind ordentlich Utensilien, wie Scheren, eingeordnet, darin liegt auch Verbandsmaterial.Die Hebamme war schon immer ein wichtiger Beruf (Flickr.com | Heimatmuseum Seulberg | CC BY-NC-SA 2.0)Was umfasst die Hebammenkunde? Wer bietet den Studiengang an, und wie bewirbt man sich? Die wichtigsten Informationen zum Studium, aber auch zur Ausbildung als Hebamme gibt es im Faktencheck.

Kristina Täufer studiert Midwifery an der Universität in Osnabrück. Die ausgebildete Hebamme wollte nach zehn Jahren Berufserfahrung ihren Horizont erweitern und auch wissenschaftlich arbeiten. Sie erzählt von ihrem Studium. Außerdem wirft DRadio Wissen-Autorin Vanessa Dähn einen Blick in die Vergangenheit und erklärt, wie sich der Beruf der Hebammen entwickelt hat.

Hören Sie die drei Berichte in: Geburtshilfe will gelernt sein


Die Reportage

Ein Baby in einem weißen Tragetuch, man sieht nur die Füße. Das Kind wird bei einem Hausbesuch einer Hebamme gewogen.Hausbesuch einer Hebamme: Ein Baby wird gewogen. (Waltraud Grubitzsch picture alliance / ZB)Die Ausbildung zur Hebamme dauert drei Jahre, dabei wechseln sich theoretische Unterrichtsblöcke und Einsätze auf Stationen ab. Die Hebammenschülerinnen und -schüler sind bis zum Examen bei mindestens 40 Geburten dabei und proben im Geburtshilfeunterricht den Ernstfall.

Wir begleiten eine Hebammenschülerin in den Unterricht und auf die Entbindungsstation des geburtenstärksten Krankenhauses Deutschlands in Berlin Neukölln. Dort werden jedes Jahr 3650 Babys geboren, das sind am Tag durchschnittlich zehn Kinder.

Zur Reportage: Zwischen Theorie und Entbindung

 

Das Interview

Eine schwangere Frau hält ihren Bauch mit den Händen.Der Hebammenberuf wird universitär. (Trevor Bair | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)Nicola Bauer ist Professorin für Hebammenkunde und hat viele Jahre als Hebamme in Geburtshäusern, freiberuflich und in Krankenhäusern gearbeitet. Seit dem Wintersemester 2011/2012 leitet sie den neuen Studiengang Hebammenkunde an der Hochschule für Gesundheit Bochum. Im Interview berichtet sie, warum die Ausbildung in Bochum in einen Studiengang umgewandelt wurde und welche Chancen ihre Absolventen haben.

Zum Interview: Geburtshilfe auf Akademisch


Die Berufsperspektiven

Blauer Aufkleber auf dem Kofferraum eines Autos, darauf steht in weißen Buchstaben: Midwives deliver!Pizza oder Baby? (Flickr.com | Shira Golding | CC BY-NC 2.0)Wer einen Ausbildungsplatz oder Studienplatz für den heißbegehrten Beruf der Hebamme ergattert und das Examen bestanden hat, kann sich glücklich schätzen. Doch welche Berufsaussichten haben fertige Hebammen? Hebammen können freiberuflich arbeiten, aber auch in Krankenhäusern. Wie viel Hebammen im Durchschnitt verdienen, klären wir in unserem Faktencheck Berufsfeld.

Zum Faktencheck: Gute Aussichten, schlechte Bezahlung


Das Fach im Überblick

Eine erwachsene Hand hält die winzige Hand eines FrühgeborenenMännliche Hebammen sind die große Ausnahme. (dpa | Daniel Karmann)Bislang ist der Beruf der Hebamme ein reiner Frauenberuf: In Deutschland gibt es schätzungsweise nur drei männliche Hebammen – sie heißen Entbindungspfleger. Männer scheinen nicht Fuß zu fassen in diesem von Frauen dominierten Bereich. Ein Grund dafür könnte auch die schlechte Bezahlung sein. Die Autorin der Serie, Viola Zech, fasst im Gespräch alle wichtigen Informationen über den neuen Studiengang zusammen.

 Zum Studien-Überblick: Entbindungspfleger sind selten

Alle Informationen zum Studiengang können Sie auch noch einmal nachhören in der Sendung "Mein Studium“. Am Samstag, 11. Februar, ab 9:05 Uhr.



Mehr auf DRadio Wissen:

Alle Studiengänge von A bis Z
Eine Übersicht über die Reihe Mein Studium

Frühe Hilfe für Familien
Kevin aus Bremen, Lea-Sophie aus Schwerin - diese Todesfälle haben Anlass für ein neues Kinderschutzgesetz gegeben. Nach drei Jahren Vorlauf tritt es zum Jahreswechsel in Kraft. Es soll Kleinkinder aus Problemfamilien besser schützen - vor Verwahrlosung, Gewalt und Missbrauch.
(Tagesthema vom 20.12.2011)

Schwere Geburtshilfe
Hebammen bringen Kinder zur Welt und tragen dafür eine große Verantwortung. Darum müssen sie hohe Beiträge für ihre Haftpflichtversicherung zahlen. Für viele lohnt sich die Ausübung ihres Berufes darum nicht mehr.
(Meine Zukunft vom 23.06.2010)

Der Alternative Nobelpreis geht an...
Zeitgleich mit der Redaktionskonferenz startete um 18 Uhr auch die Verleihung des Right Livelihood Awards. Eine Organisation und drei Personen, darunter die Hebamme Ina May Gaskin, wurden mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt - wir diskutieren die Ehrungen.
(Redaktionskonferenz vom 05.12.2011)

Mehr zum Thema:

Der Deutsche Hebammenverband e.V. vertritt die Interessen der angestellten und freiberuflichen Hebammen in Deutschland. Hier findet man Informationen zu Ausbildung, Studium, Beruf.

Website des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. mit den Adressen aller Hebammenschulen in Deutschland.

Die Hochschule für Gesundheit Bochum bietet den Studiengang Hebammenkunde, an der Universität Osnabrück ist das der Studiengang Midwifery.

Die Deutsche Hebammenzeitschrift, das Fachmagazin für Hebammen, bietet Informationen rund um Beruf und Praxis, Fortbildungen, Tagungen und Kongresse.

Petition des Deutschen Hebammenverbandes e.V. gegen die steigenden Haftpflichtprämien bei freiberuflich arbeitenden Hebammen.

Das Historische Institut der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen stellt den Beruf der Hebamme im Wandel der Zeit vor.

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