Mein Studium Werkstoff-Wissenschaften
Von Andrea Heinze und Vanessa Dähn
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- Werkstoffwissenschaftler arbeiten daran, neue und bessere Materialien zu entwickeln. Im Idealfall sind sie ebenso unverwüstlich wie wiederverwertbar. (Fotografioso | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)
Werkstoffe beeinflussen seit Urzeiten das Leben der Menschen – und so manches Zeitalter wurde deshalb nach Werkstoffen benannt: die Steinzeit zum Beispiel, die Eisenzeit oder die Bronzezeit. Mit Werkstoffen, mit denen wir heute in unserem Alltag zu tun haben, beschäftigt sich der Studiengang Werkstoffwissenschaften.
Einen neuen Mikrochip, strapazierfähiges Laminat oder den Katalysator im Auto würde es nicht geben, wenn nicht Entwickler an neuen Materialien tüfteln würden. Im Studiengang Werkstoffwissenschaften lernen Studenten, wie neue Werkstoffe entwickelt und verarbeitet werden, aber auch, wie sie auf ihre Haltbarkeit und andere Eigenschaften geprüft werden.
Preis, Qualität und Aussehen sind entscheidend
Damit die neuen Werkstoffe eine Chance auf dem Markt haben, müssen sie leicht zu verarbeiten sein und preiswert in der Herstellung. Und natürlich sollen sie Eigenschaften haben, die das Endprodukt besser machen: Werkstoffe für Laminat sollten zum Beispiel ebenso fest wie unverwüstlich sein und dabei gut aussehen.
Faktencheck und Erfahrungsbericht
Pflanzenfasern können als nachhaltiger Rohstoff genutzt werden. (billjacobus1 | Flickr | CC BY 2.0)Uriel Tradowski ist fast fertig mit seinem Bachelor-Studium. Er erzählt, was er in seinem Studium gelernt hat. Noch relativ neu ist die Forschung an nachhaltigen Werkstoffen, die zum Beispiel aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, mit wenig Energieaufwand verarbeitet werden können, keine Giftstoffe zur Verarbeitung benötigen und am besten auch noch kompostierbar sind.
All diese Anforderungen erfüllt ein Werkstoff, der nur aus Pflanzenfasern oder Altpapier besteht und aus dem Möbel, Fußbodenlaminat und Dämmstoffe hergestellt werden: Zelfo heißt der Werkstoff.
Zum Beitrag: Spanplatten aus Schilf
Die Reportage
Zukünftige Werkstoffe sollen neue Behandlungsmethoden ermöglichen. (AP)Im Studiengang Werkstoffwissenschaften lernen Studenten, wie neue Werkstoffe für die Industrie entwickelt und verarbeitet werden. Studenten an der TU Berlin versuchen etwa, heißes Magnesiumpulver mit so großem Druck durch ein Loch zu pressen, dass daraus eine dichte und glatte Stange entsteht.
Aus den Stangen sollen dann dünne Röhrchen werden, die zum Beispiel Herzkranzgefäße weiten und sich im Körper der Patienten auflösen. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik, denn wie genau das Pulver zum guten Strang wird, muss noch erforscht werden.
Zum Beitrag: Werkstoffe für die Medizin
Das Interview
Moderne Werkstoffe machen ambitionierte Projekte erst möglich. (246-You | Flickr | CC BY 2.0)Anstriche, die Schadstoffe aus der Luft filtern, Bordsteine, die bei Dunkelheit leuchten und Laternen überflüssig machen oder Straßenbeläge, die Elektroautos an Ampeln mit Strom versorgen: Mit solchen Entwicklungen beschäftigt sich die Bauchemie. Professor Dietmar Stephan ist Bauchemiker an der TU-Berlin und erklärt im Interview, welche innovativen Werkstoffe im Bau bereits im Einsatz sind - und wovon die Forscher träumen.
Zum Interview: Werkstoffe der Zukunft
Die Berufsaussichten
Auch Plastikbecher-Material könnten sich verbessern lassen. (Diximage | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)Werkstoffe werden nicht nur neu entwickelt, sondern auch verbessert. Die Aussichten für Absolventen sind also gut. Vor allem, weil die Industrie immer mehr auf Leichtbau setzt - bei Autos genauso, wie bei Verpackungen - denn das spart Geld und ist gut für die Umwelt. Über die Berufsaussichten berichtet Andrea Heinze.
Vanessa Dähn hat außerdem den Werkstoffwissenschaftler Marcus Thoms in einer Schmiede besucht, in der Stahl gepresst und geformt wird. Er erforscht, wie sich der Prozess verbessern lässt.
Zu den Beiträgen: Immer mehr Innovationen
Das Fach im Überblick
Ein Tarnmantel aus Metamaterial. (David Schurig/duke.edu)Welche Voraussetzungen und Fähigkeiten sollte man für ein Studium der Werkstoffwissenschaften mitbringen? Muss man sich im Studium auf eine Werkstoffgruppe festlegen? Und mit welchem Schwerpunkt hat man die besten Berufsaussichten? Andrea Heinze gibt einen Überblick.
Zu dem Beitrag: Viel Praxis, kleine Lerngruppen