Mein Tag Dienstag kompakt
Klauen statt kaufen
Viele haben die Erfahrung schon gemacht: Das Portmonnaie ist weg, das Handy oder auch schon mal das Auto. Aber es sind nicht nur Privatpersonen von Diebstählen betroffen - der Einzelhandel schätzt den Verlust durch Diebstahl pro Jahr auf etwa 3,7 Milliarden Euro. Es gibt eine Art von Diebstahl, der juristisch milder bewertet wird: Wenn mit dem Diebstahl eine existenzielle Notlage abgewendet werden kann, die weder durch Bitten noch durch Arbeit hätte bewältigt werden können. Der Philosoph Matthias Burchardt erklärt, wann Diebstahl in Notlagen womöglich erlaubt ist.
SMS statt Sirene
Wenn irgendwo in Deutschland Katastrophen stattgefunden haben, heulten die Sirenen, um die Bevölkerung zu warnen. Inzwischen aber sind in vielen Gegenden die Sirenen abgebaut, weil sie veraltet waren oder weil die Bevölkerung die Signale nicht mehr verstanden hat. Warnhinweise werden heute vor allem über das Fernsehen, Radio und im Notfall auch von Tür zu Tür weitergegeben. Diese Warnpraxis soll nun durch das neue Katastrophenwarnsystem KATWARN ergänzt werden: Katastrophenwarnungen werden dabei per SMS postleitzahlengenau verschickt. Die Berliner Feuerwehr bietet das System seit Juni dieses Jahres an, auch in Hamburg, Frankfurt und einigen Kommunen wird Katwarn bereits eingesetzt.
CleanIT statt Acta
Acta ist am massiven Widerstand der Netzgemeinde in vielen Ländern gescheitert. Nun kommt ein zweiter Versuch mit der Bezeichnung CleanIT. Ziel des Projektes ist eine flächendeckende Kontrolle von Netzinhalten – zunächst auf EU-Ebene, anschließend auch auf globaler Ebene. Finanziert wird das Projekt von der EU-Kommission. Das selbst definierte Ziel von CleanIT ist es, die Straf- und Verfolgungsbehörden mit den Providern zusamm zu bringen, um die „illegale Benutzung des Internets" zu verhindern. Aber der Protest gegen das Projekt, das spätestens Anfang 2013 abgeschlossen sein soll, ist vorhersehbar. Martina Schulte hat sich in unserer Webschau mit den Reaktionen im Netz auf CleanIT beschäftigt.