Mexiko Illegale Einwanderung als Freizeitspaß
Sara König über eine eigenartige Touristenattraktion
In El Alberto können Touristen hautnah miterleben, wie sich eine nächtliche Flucht in die USA anfühlt.
"Caminata Nocturna", zu Deutsch "Nachtwanderung", heißt die inszenierte Flucht über die fiktive Grenze zwischen Mexiko und den USA. Angeboten wird das Spektakel für Touristen im zentralmexikanischen Dorf El Alberto - die Dorfbewohner kamen vor sieben Jahren selbst auf die Idee.
Gespielte Lebensgefahr
Erfahrung im illegalen Grenzübertritt haben die meisten von ihnen selbst. Das Dorf wird immer kleiner. Wer kann, versucht in den USA Geld zu verdienen. Mit ihrem ungewöhnlichen Angebot wollen die Organisatoren auch auf das Schicksal der Migranten aufmerksam machen, denn viele Mexikaner sterben bei dem Versuch, die Grenze zu überqueren. Und an Interessierten fehlt es nicht.
Polizeisirenen in der Wüste
Die meisten Touristen kommen aus Mexiko, aber auch Kanadier, US-Amerikaner oder Europäer wollen an dem außergewöhnlichen Freizeitspaß teilnehmen. Jeden Samstag laufen die Freizeit-Flüchtlinge in der Nacht vier bis fünf Stunden lang ohne Licht durch die Felder und die Kakteen - von verkleideten Beamten gejagt und von ihrem Schlepper angetrieben.