Mexiko Journalisten in Lebensgefahr
Martin Polansky über den Drogenkrieg in Mexiko, der immer mehr Tote fordert
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- 80 Journalisten sind im mexikanischen Drogenkrieg seit 2000 ums Leben gekommen. (dpa | picture alliance | Sashenka Gutierrez)
Der Kameramann Luis Escalera arbeitet an der "Front". Er macht Bilder der vielen Toten in der texanisch-mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez, einer der Hochburgen der Drogenmafia. Escalera ist dabei sehr vorsichtig - zu viele seiner Kollegen sind bedroht, einige ermordet worden.
"Erst wenn alles abgesperrt ist, fangen wir an zu arbeiten, um unser Risiko zu verringern", erklärt Luis Escalera. Früher, sagt der Fernsehjournalist, seien er und seine Kollegen oft schon vor der Polizei an den Tatorten gewesen. Doch das sei heute viel zu gefährlich. Mehr als 80 Journalisten wurden seit dem Jahr 2000 in Mexiko ermordet oder sind verschwunden.
Behörden und Polizei in Drogengeschäfte verwickelt
Mexiko zählt damit zu den gefährlichsten Ländern der Welt für Journalisten. Die Gewalt und die Drohungen gingen dabei nicht nur von den Drogenkartellen aus, sagen die Reporter. In manchen Gegenden Mexikos seien Polizei und Behörden in die Drogengeschäfte verwickelt.
Zudem kritisieren die Journalisten, dass die Behörden nichts oder nur wenig täten, um sie zu beschützen. Die Folge: eine Art Selbstzensur der Journalisten, die genau abwägen, wie gefährlich die Veröffentlichung bestimmter Artikel sein könnte. Im Zweifelsfall erscheinen die Texte dann nicht.
Neues Gesetz soll Reporter schützen
Ein neues Gesetz soll die Journalisten besser schützen. Bedrohte Reporter sollen einen Rechtsanspruch auf Polizeischutz und Leibwächter bekommen.
Dieser Bericht ist die Wiederholung einer Sendung vom 23.07.2011