Freitag, 24. Mai 2013

Globus /

Migration Zum Arbeiten nach Angola  

Antonio Cascais hat ausreisewillige Portugiesen getroffen

Verkehr in der angolanischen Hauptsatdt Luanda.
Geschäftiges Treiben in Luanda. (oneVillage Initiative | flickr.com | CC BY-SA 2.0)

Die Krise macht es möglich: Junge Portugiesen wandern in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in die ehemalige Kolonie Angola aus.

Luanda, die Hauptstadt Angolas, gilt neben Tokio als die teuerste Stadt der Welt. Angola ist reich an Rohstoffen, schwelgt im Öl- und Diamantenrausch. Allerdings gelten 40 Prozent der Bevölkerung als Analphabeten. Fachkräfte sind also sehr gefragt.

Vítor DonísioSieht seine Frau bald nur noch alle sechs Monate - der Ingenieur Vítor Dionísio (Antonio Cascais)Der ehemalige Kolonialherr Portugal dagegen ist stark gebeutelt von der Wirtschafts- und Finanzkrise, hat aber ein großes Potenzial von gut ausgebildeten jungen Menschen, die in ihrer Heimat für sich keine Zukunft mehr sehen.

Zuflucht in der Ex-Kolonie

Ab in die Kolonie, ist deshalb deren Motto. Und so erleben wir aktuell eine ungewöhnliche Wanderbewegung von Fachkräften aus Portugal nach Angola.

Keine andere Wahl

Einer von Ihnen: der arbeitslose Ingenieur Vítor Dionísio. Im Auftrag einer brasilianischen Baufirma soll der 34-jährige in Luanda ein Straßenbauprojekt beaufsichtigen. "Ich habe keine Wahl", erzählt er.  "Was ich jetzt brauche, ist ein Job, mit dem ich mich und meine Familie ernähren kann.“

Über seine neue Heimat macht er sich keine Illusionen. "Wirtschaftsboom hin oder her: die meisten sozialen und politischen Probleme sind in Angola weit von einer Lösung entfernt", so Vítor. Auch deshalb nimmt er eine Fernbeziehung auf sich. Seine Frau bleibt vorerst in Portugal.

 

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