Freitag, 24. Mai 2013

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Mobile World Congress Joyn macht SMS Konkurrenz  

Webschau mit Thomas Reintjes

Joyn macht dem Nachrichtensystem SMS Konkurrenz.
Joyn macht dem Nachrichtensystem SMS Konkurrenz. (flickr.com | Eriki_Schlange CC BY-NC 2.0 | Logo Joyn Screenshot | Montage DRadio Wissen)

Mit 160 Zeichen Text hat der Short Message Service (SMS) wohl ausgedient. Was bisher unter dem Namen Rich Communication Services (RCS) entwickelt wurde, soll künftig "Joyn" heißen. Dieses neue Nachrichtensystem soll die SMS ablösen und neben Nachrichten im Chat auch Bilder, Videos und Sprachnachrichten übertragen.

Auf dem Markt der Nachrichtensysteme drängeln sich außer Joyn noch andere wie WhatsApp, auch Facebook bietet Messenger-Apps an.

Dienst für alle Endgeräte

Aber genau das sieht die GSMA, der Verband der Mobilfunkindustrie, als Vorteil für sich: In einer Pressemitteilung heißt es, man werde dem Verbraucher gewohnte Dienste anbieten, die alle direkt aus dem Adressbuch erreichbar seien und unabhängig vom Endgerät und vom Mobilfunkanbieter funktionieren.

Nicht alle machen mit

So weit der Plan - doch futurezone.at schreibt: "Aber noch ist unklar, ob es wirklich auf allen Geräten verfügbar sein wird. Neun der zehn größten Smartphonehersteller sind mit an Bord, einer zögert aber noch: Apple.“ Weil Apple mit iMessage einen eigenen Service anbietet. Dennoch soll Joyn auch für iPhones integriert werden, ob das funktioniert, scheint aber noch nicht klar zu sein.

Weißer Fleck US-Markt

Ganz so universal wie SMS wird Joyn vermutlich nicht werden. Zum Beispiel unterstützen die US-Netze den Standard noch nicht und damit bleibt der US-Markt ein "weißer Fleck", schreibt teltarif.de.

In Deutschland sind auch nicht alle dabei: E-Plus fehlt. Könnte aber bald mitmachen, denn laut teltarif ist der E-Plus-Mutterkonzern KPN aus den Niederlanden bei Joyn dabei.

Mobilfunkanbieter wollen wieder verdienen

Eingeführt wird Joyn wohl vor allem, weil die Mobilfunkanbieter mit SMS immer weniger verdienen. Zwar werden so viele SMS verschickt wie nie zuvor (im Jahr 2011 waren es laut Bitkom 46 Milliarden SMS in Deutschland, das sind 80.000 pro Minute ), aber durch Flatrates springt für die Anbieter nicht mehr so viel dabei heraus wie früher (geschätzter Umsatz liegt bei 2,8 Milliarden).

Deswegen muss Joyn "es irgendwie schaffen, für die Kunden so billig wie möglich zu erscheinen, aber gleichzeitig Geld in die Kassen der Provider zu spielen", schreibt das Hyperland-Blog des ZDF.

Kosten noch unbekannt

Was Joyn kosten soll, hat aber noch niemand gesagt. Das werde man "rechtzeitig“ tun, heißt es etwa in einem Blog der Telekom. Pamela Clark-Dickson schreibt dazu in einem Meinungsartikel auf dem Fachportal Telecoms.com: Anbieter müssten Joyn entweder gratis anbieten oder zumindest so, dass es als gratis wahrgenommen wird, etwa weil es pauschal bezahlt wird oder im Vertrag enthalten ist.

Gute Erfolgschancen

Wenn die Hersteller und Mobilfunkanbieter größtenteils mitmachen und der Dienst so einfach wird wie SMS, dann hat er wohl eine Chance. Das deutsche Basic Thinking Blog schreibt nach anfänglicher Skepsis jetzt sogar, Joyn "dürfte ein Riesenerfolg werden".

Braucht die Welt den neuen Dienst? Diskutieren Sie mit uns über dieses Thema bei Facebook .



Mehr bei DRadio Wissen:

Mobile World Congress: Welthauptstadt des Mobilfunks
Moritz Metz glaubt, dass Joyn eine Totgeburt ist, allein durch die Tatsache, dass der Service Geld kosten soll.
(Medien, 29.02.2012)

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