Moderne Alchemie Der Weg über das Unwägbare zum Wägbaren
Vortrag des deutschen Chemikers und Trägers des Nobelpreises für Chemie Otto Hahn.
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- Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki sollen Otto Hahn an den Rand der Verzweiflung gebracht haben. (picture alliance / dpa / EPA)
Als der deutsche Chemiker Otto Hahn vom Abwurf der Atombomben auf Nagasaki und Hiroshima erfuhr, soll ihn das an den Rand der Verzweiflung gebracht haben. Denn ohne seine eigene Entdeckung – die Spaltung des Urans – wäre der Bau der Bomben nicht möglich gewesen.
Später setzte sich Otto Hahn dafür ein, alle Kernwaffenversuche weltweit einzustellen. Er befürwortete aber weiterhin die nicht-militärische Nutzung der Kernenergie. Als Hahn 1968 starb, bezeichnete die Max-Planck-Gesellschaft ihn als "Begründer des Atomzeitalters“.
Der uralte Traum der Alchemisten
In seinem Vortrag aus dem Jahr 1953 "Moderne Alchemie – der Weg über das Unwägbare zum Wägbaren“ erzählt Otto Hahn, wie es der modernen Chemie gelungen ist, den uralten Traum der Alchemisten wahr werden zu lassen: nämlich neue Elemente zu erschaffen und bekannte Elemente in andere umzuwandeln. Hahn wendet sich in seinem Vortrag ausdrücklich an ein nicht fachkundiges Publikum.
Entdeckung der Kernspaltung
Der Vortrag ist ein historisches Dokument, in dem Hahn von seiner Entdeckung der Kernspaltung des Urans erzählt und von den Gefahren und Möglichkeiten, die die moderne "Alchemie" mit sich bringt. Hahn beschreibt mit beeindruckender Einfachheit und Klarheit die schwierigen chemischen und physikalischen Prozesse.
Gehalten hat Otto Hahn seinen Vortrag am 30. Juni 1953 beim 3. Treffen der Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee.