Sonntag, 26. Mai 2013

Agenda /

Monarchien Von Königinnen und Königen  

Gespräche mit dem Journalisten und Buchautor Thomas Kielinger, der Althistorikerin Maria Dettenhofer, dem Korrespondenten Jochen Spengler und dem Politologen Tobias Haas

Queen Elizabeth II. winkt
Queen Elizabeth II. hat nicht vor, ihren Thron bald zu räumen. Seit 1952 ist sie Königin. (AP)

Eine Monarchin mit langem Atem: Königin Elizabeth II. feiert ihr 60-jähriges Thronjubiläum. In Europa gibt es zurzeit zehn Königreiche, weltweit sind rund 20 Prozent der Staaten Monarchien. Über die Majestäten entscheidet allein der Zufall der Geburt, sie werden nicht gewählt. Dennoch sind manche Monarchen sehr beliebt, sie sorgen für Glamour und eine gemeinsame Identität.

Königin Elizabeth II. ist seit 60 Jahren im Amt. Am Montag, 6. Februar, feiert sie ihr diamantenes Thronjubiläum. Am 6. Februar 1952 erfuhr die damalige Princess auf einer Reise vom Tod ihres Vaters, König George VI. Als älteste Tochter trat sie seine Nachfolge an. Sie wurde Königin Großbritanniens und Staatsoberhaupt des Commonwealth.

33 Königreiche weltweit

Der Begriff Monarchie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Alleinherrschaft. Der Titel König oder Königin klingt eher nach Märchenbuch als nach Gegenwart, trotzdem gibt es weltweit heute noch ein Kaiserreich - nämlich in Japan - und 33 Königreiche, dazu zählen die Königshäuser in Großbritannien, Spanien, Belgien, Schweden, aber auch in Bhutan, Malaysia oder Swasiland. Außerdem gibt es Fürstentümer, Sultanate, Emirate und das Großherzogtum Luxemburg.

Die Macht des jeweiligen Monarchen hängt davon ab, ob es sich um eine absolute, konstitutionelle oder parlamentarische Monarchie handelt. In Europa beschränken sich die Aufgaben der Monarchen auf repräsentative Funktionen. 

 

Das Leben von Elizabeth II. / Großbritannien und seine Monarchie
Ein Gespräch mit dem Journalisten und Buchautor Thomas Kielinger

Schwarz-weiß Foto: Zugabteil, darin stehen links die heutige Königin Elisabeth II. und eine ungekannte Frau; rechts stehen zwei Männer, auch unbekannt.Im Jahr 1947 besucht Elizabeth II. Südafrika, damals noch als Prinzessin. (Wikimedia Commons | gemeinfrei)6. Februar 1952: Princess Elizabeth Alexandra Mary of York ist mit ihrem Mann, Prinz Philip, auf einer Reise durch Kenia, als sie erfährt, dass ihr Vater an Lungenkrebs gestorben ist. Damit ist sie die neue Königin Großbritanniens und Staatsoberhaupt des Commonwealth, dem Zusammenschluss souveräner Staaten, die ehemals britische Kolonien waren.

Da ist es kein Wunder, dass die Queen einen Teil ihres Lebens damit verbringt, die Welt zu bereisen. Wie sich "ihr Reich" verändert hat, von ihrer Thronbesteigung bis heute, weiß der Journalist Thomas Kielinger. Er ist Korrespondent der Tageszeitung "Die Welt" in London und Autor des Buches: "Elizabeth II: Das Leben der Queen." Er spricht über das Leben von Königin Elizabeth II. sowie über das Verhältnis der Briten zu ihrer Monarchie.


Zur Geschichte des Königtums
Gespräch mit Maria Dettenhofer, Althistorikerin vom Historischen Seminar der LMU München

Ein kleiner Junge trägt eine Krone aus Silber mit Samtbezug.Krone allein reicht nicht, die Erbfolge ist entscheidend. (Florian Seiffert (F*)| Flickr| CC BY-NC-SA 2.0)Das Wort König hat indogermanische Wurzeln. Es bedeutet "von einem Edlen abstammend". Die Rolle des Königs hat sich in antiken Gesellschaften aus dem Bild des Familienvaters heraus entwickelt. In den höheren Kulturen der Antike galt die Monarchie allerdings als rückständig. Alle dauerhaften Reiche der Antike waren keine Monarchien, selbst im römischen Reich bemühten sich die Kaiser bis ins dritte Jahrhundert, die Republik zumindest dem Anschein nach aufrecht zu erhalten. Im Mittelalter kam der christliche Monotheismus dem Bild des Alleinherrschers sehr entgegen.

Die Althistorikerin Maria Dettenhofer von der LMU München führt im Gespräch mit DRadio Wissen durch die Geschichte des Königtums.

 

Die britische Monarchie: Kosten und Ertrag
Ein Gespräch mit dem London-Korrespondenten Jochen Spengler

Vor dem Buckingham Palace stehen zwei Palastwachen; sie tragen graue Uniformen und schwarze, hohe Mützen, die bis zur Nase reichen. Über der rechten Schulter tragen sie jeweils eine rote Fahne.Auch die Palastwachen kosten Geld. (Flickr.com | roblisameehan | CC BY 2.0)Flottillenparade auf der Themse, Reiterschau in Windsor, Jubiläumstour durch das Königsreich: In den folgenden Tagen und Wochen lässt es die Queen krachen. Die Kosten für die Feiern zu ihrem diamantenen Thronjubiläum seien 9000-mal günstiger als jene für die Olympischen Spiele 2012 in London, beeilte sich Premier David Cameron klarzustellen. Elizabeth II. wolle keine verschwenderischen Feierlichkeiten.

In der Wirtschaftskrise will man den Steuerzahler nicht verärgern. 32,1 Millionen britische Pfund erhielt die königliche Familie vom Steuerzahler im Zeitraum 2010 bis 2011. Dazu zählen Kosten für Personal, Staatsbesuche und öffentliche Auftritte. Antimonarchisten, wie auf der Plattform Republic.org.uk, kritisieren, weitere Posten wie etwa für Polizei, Sicherheitsdienst und Armeezeremonien ließen die Kosten auf insgesamt über 200 Millionen Pfund anschwellen. Die britische Monarchie sei damit die teuerste in Europa, doppelt so teuer wie die niederländische.

Doch britische Konsumforscher sagen, dass das Königshaus auch Geld in die Kassen bringe: Prinzessin Kate etwa kurbele die Wirtschaft an. Junge Frauen kauften genau die Kleider, die Kate bei öffentlichen Auftritten trage. Das mache ein Plus von einer Milliarde britischer Pfund.

Wozu noch Königreiche?
Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Tobias Haas

Bild einer Krine aus Gold und rotem SamtBild einer goldenen Krone (cc/Orland)Der König wird weder vom Volk noch vom Parlament gewählt. Nur der Zufall der Geburt macht ihn zu dem, was er ist. Zugleich sind die Kosten für die Königshäuser und -familien enorm. Warum also kann sich die Monarchie noch behaupten?

Königtümer scheinen für Nationen eine wichtige identitätsstiftende Funktion zu erfüllen. Der König steht für die Geschichte und die Tradition des Landes, er repräsentiert das ganze Volk und nicht nur die Mehrheit, wie es die gewählten Regierungschefs tun, sagt der Politikwissenschaftler Tobias Haas.

Solange der König das Volk nicht störe, könne sich die Monarchie halten, ist Haas überzeugt. Aber auch, wenn sich das Volk abwende, gebe der König nicht freiwillig seine Krone ab. In solchen Fällen mussten Könige bislang zumeist gestürzt werden.

 

Die Queen feiert 60 Jahre Thron
Ein Beitrag aus London von Jochen Spengler

Auf einem Teller mit dem Muster der britischen Flagge stehen kleine rote Kuchen in blauen Kuchenschälchen mit Sahnehäubchen.Die Briten feiern die Queen (Flickr.com | Lola's Big Adenventure! | CC BY 2.0)Großbritannien feiert: Am 6. Februar 1952 wurde die Princess Elizabeth Alexandra Mary of York zur Königin proklamiert. Der Tag war zugleich der Todestag ihres Vaters - die Prinzessin trat als älteste Tochter seine Nachfolge an. 

Trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten halten die Briten an ihrer Königin fest, auch wenn das Königshaus kostspielig ist.

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