Samstag, 25. Mai 2013

Spielraum /

Moral Schlimmer sind immer die anderen  

Anna Kohn über Forschungsergebnisse zu Moral und Selbstwahrnehmung

Eine junge Frau schaut nach oben, über ihrem Kopf ist ein Heiligenschein angebracht
Jeden Tag eine gute Tat - zum Beispiel den eigenen Heiligenschein zum Glänzen bringen. (teliko82 | flickr | cc by-nc 2.0)

Wissenschaftliche Versuche belegen, wir halten uns für integrer, sozialer, aufrichtiger und rechtschaffener als wir eigentlich sind. Wie man das herausfindet und wie wir unser positives Selbstbild aufrechterhalten, darüber berichtet Anna Kohn.

"Ich bin ein guter Mensch." Das möchten wir eigentlich alle gern von uns glauben – laut Psychologe Benoit Monin ist das sogar ein tief sitzendes menschliches Bedürfnis. Leider sind wir oft nicht ganz so gut, wie wir gern wären: Wir hatten ja wirklich vor, endlich an ein Hilfswerk zu spenden, vergessen aber den Antrag einfach immer, und wir hatten ja auch wirklich vor, den alten Nachbarn besuchen, hatten aber gerade so wenig Zeit.

Gute Absichten zählen

Aber auch, wenn es an der Umsetzung der Vorhaben hapert, erhalten wir uns unser positives Selbstbild. Denn bei uns selbst legen wir viel mehr Wert auf unsere Intentionen als auf unsere tatsächlichen Handlungen, fand der Psychologe Thomas Gilovich in einer Studie heraus. Wir sehen uns auch dann als guten Menschen, wenn wir eigentlich nur gute Absichten haben. Bei anderen dagegen kennen wir die Absichten nicht – und beurteilen ihre Handlungen streng nach Faktenlage.



Mehr bei DRadio Wissen:

Moral und Unmoral
Unser Verhalten scheint in vielen Bereichen anrüchig. Höchste Zeit für eine moralische Unterredung mit dem Psychologen Dr. Dr. Rainer Erlinger. Wie viel Moral brauchen wir für unser Leben im 21. Jahrhundert?
(Redaktionskonferenz vom 25.05.2012)

Alltagsschummelei: Kleine Sünden
Wer den Handwerker ohne Rechnung beschäftigt, bei der Steuererklärung großzügig mit den gefahrenen Kilometern umgeht oder ein Glas aus der Kneipe mitgehen lässt, riskiert Ärger mit dem Gesetz. Denn das ist selbst bei sogenannten Kavaliersdelikten humorlos.
(Spielraum vom 10.04.2012)

Ist Moral relativ?
Vorlesung über Moral Relativism
(Hörsaal 01.02.2012)

Zwischen Lust und Schande
Wie wandeln sich die Werte der Gesellschaft, und wer beeinflusst Moral und Ethik?
(Hörsaal 30.01.2012)

Alltagsphilosophie - Ehrlich bis zur Schmerzgrenze
"Radical Honesty" heißt eine Bewegung, die versucht, das Lügen im Alltag zu vermeiden.
(Spielraum vom 11.10.2010)

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Spielraum

Eine Flugzeugturbine.

Blind DateApplaus für diese Simulation

Wird der Moderator erraten, was der Gast beruflich macht?

Mehr …

Eine junge Frau singt in ein Mikrofon.

Lärm liveChvrches beim Eurosonic-Festival

"Chvrches": komischer Name, gute Musik. Ihr hört sie bei uns am Sonntag ab 21 Uhr.

Mehr …

Ein kleiner Hund knubbelt sich an einem Bund Möhren vorbei.

Vegane HundeSchappi auf Kartoffelbasis

Schluss mit der Fleischfresserei: Jetzt ernähren wir auch unsere Hunde vegan!

Mehr …

Eine Frau schaut auf ein Flugzeug, das über ihr in der Luft fliegt.

SimulationLanden Sie die Boeing bitte jetzt!

Eine Boeing 737 landen. DRadio-Wissen-Reporter Volker Janitz schafft es.

Mehr …

Das Bild zeigt ein Steak auf einem Grill.

AppGrill it, Baby!

Reporterin gegen Meisterkoch: Das Smartphone verrät, wie das Steak perfekt auf den Grill kommt.

Mehr …

Ein Mann und eine Frau fahren gemeinsam auf einem Tandemfahrrad.

TandemZweisam treten

Windschattenfahren und dabei ein Buch lesen: Klappt nur auf dem Tandem.

Mehr …