Mosambik Rettung für das Filmarchiv von Maputo
In der mosambikanischen Hauptstadt Maputo wird ein Filmarchiv restauriert, Oliver Ramme hat bei den Restaurationsarbeiten zugeschaut.
In den 70er-Jahren erlebte das Kino in Mosambik seine Blütezeit. Bis ein Brand die Technik zerstörte und altes Material in Vergessenheit geriet. Jetzt wird der Schatz geborgen.
Die Männer tragen weiße Kittel und Gasmasken. An einem altertümlichen Schneidegerät lassen sie 35-mm-Filme durch ihre Hände gleiten. Ihr Auftrag: Filme reinigen. Die Männer arbeiten in einem der größten Filmarchive der südlichen Hemisphäre, dem "Instituto National de Cinema" in Maputo.
Retten vor dem Verrotten
Im Filmarchiv. (Oliver Ramme)Das südafrikanische Land Mosambik war einmal der zweitgrößte Filmproduzent auf dem Kontinent. In der Blütezeit von 1960 bis 1980 entstanden unzählige Kriegs-, Propaganda- und Spielfilme. Dann kam das Fernsehen, die Filmproduktion brach ein, ein Großbrand zerstörte die Technik. Das Nationale Filminstitut und sein umfangreiches Archiv gerieten in Vergessenheit. Schlimmer noch: Die Chronik einer jungen Nation - auf Film festgehalten - drohte aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und tropischer Temperaturen zu verrotten.
Nationales Gedächtnis
Seit 2008 wird nun gegen den Verfall gekämpft. "Unser Ziel ist es einige, wichtige Filme herauszusuchen, die bedeutend sind im Zusammenhang mit der Geschichte unseres Landes", sagt Direktor Luiz Laurenço. "Diese Filme wollen wir dann digitalisieren und auf DVD brennen. Damit sind sie leichter handhabbar und man kann sie besser studieren. Denn darin verstehen wir unsere Aufgabe: Unserer Bevölkerung dieses Material für Studienzwecke zur Verfügung zu stellen."