Musik Neue Gematarife
Webschau mit Thomas Reintjes
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- So sieht es aus, wenn man ein Video nicht aufrufen darf - das könnte sie mit den neuen Gema-Richtlinien bald ändern. (Screenshot Youtube)
Die neuen Tarife der Gema könnten für Musik im Netz viel bewirken.
Künftig sollen 10,25 Prozent der Einnahmen, die durch die Musiknutzung erzielt wurden, für die Vergütung der Urheber und Verlage zugrunde gelegt werden. Pro Stream verlangt die Gema 0,025 bis 0,6 Cent – je nach dem, wie interaktiv der jeweilige Dienst genutzt wird. Wenn ein Dienst nur eine Play- und Pause-Taste hat ist es billiger (Webradios), wenn der Nutzer genau sagen kann, welchen Titel er hören möchte, ist es teuer.
Einigung zwischen Bitkom und Gema
Das gilt nur für kostenlose und werbefinanzierte Angebote. Bei kostenpflichtigen Diensten werden sechs bis neun Cent pro Musikstück und Download fällig, so lautet eine Einigung zwischen Gema und Bitkom. Für Streams wird es pauschale Regelungen geben. Das hat das Blog netzwertig.com von der Gema erfahren. Es geht um eine Umsatzbeteiligung pro Nutzer in Höhe von etwa einem Euro für die Gema.
Weihnachtsgeschenke für alle
Durch den vor zwei Wochen vorgestellten Tarif wurde iTunes Match in Deutschland möglich: das Musik-Streaming von Apple. Von dem jetzt vorgestellten Tarif erhofft sich die Branche noch viel mehr. Jürgen Vielmeier von Basic Thinking spricht von Weihnachtsgeschenken für alle.
Musikvideos bald bei Youtube einsehbar?
Außerdem hat Basic Thinking erfahren, dass der neue Tarif auch für Video-Dienste gelten soll. Doch bislang ist noch unklar, ob der Warnhinweis "Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die Gema die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat. Das tut uns leid" demnächst bei Youtube und Co verschwinden wird. Die Verhandlungen laufen noch, ein nächster Termin findet erst Mitte Februar statt.
Zurückhaltende Reaktionen
Die Reaktionen auf die neuen Gematarife sind bislang zurückhaltend. Die Bitkom hätte gerne weiter mit der Gema verhandelt, nachdem der Verband die Tarife für kostenpflichtige Angebote ausgehandelt hatte. Wie die Bitcom mit den neuen Tarifen für kostenlose Angebote umgehen will, steht noch nicht fest. Wenn die Bitkom die Tarife akzeptiert und einen Gesamtvertrag mit der Gema abschließt, wären für Mitgliedsunternehmen 20 Prozent Rabatt möglich. Den Musik-Dienst Aupeo zitiert die Computerwoche mit den Worten: "Jetzt wissen wir aber endlich genau, woran wir sind". Daraus kann man schließen: Begeisterung klingt anders.
Musikindustrie hat Druck gemacht
Dass überhaupt Bewegung in die Sache gekommen ist, liegt auch am Druck durch die Musikindustrie. Wie heise.de schreibt, möchten die Labels, dass ihre Videos bei Youtube einsehbar sind. Auch Youtube hat wahrscheinlich Druck gemacht – alleine schon dadurch, dass in den Sperrmeldungen bei Youtube die Gema explizit genannt wird.
Das Jahr der Online-Musik
Zudem hat Anonymous Angriffe auf die Gema gestartet. Das Bild der Gema in der Öffentlichkeit wird dadurch zunehmend schlechter. Jürgen Vielmeier von Basic Thinking schreibt: "Jetzt will die Gema nicht länger der Böse sein und lenkt ein." Er meint, 2011 sei das Jahr der Online-Musik gewesen und in Deutschland sei etwas auf den Weg gekommen, was vorher undenkbar gewesen sei. Dass sich der Dinosaurier Gema nun bewegt hat, ist der passende Abschluss für dieses Online-Musik-Jahr.
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