Nahrungsmittel Spekulation auf Kosten der Armen
Oliver Ramme erklärt das Geschäft mit dem Rohstoff Nahrung
Die Allianz setzt offenbar auf Hungerkrisen. Der Versicherungskonzern handelt mit Fonds, die dann Geld abwerfen, wenn Preise für Lebensmittel steigen. Darunter leiden vor allem die Menschen, die ohnehin schon wenig haben.
Mit diesen Geschäften ist die Allianz offenbar nicht allein: Auch andere Versicherungskonzerne und die Deutsche Bank handeln an Warenterminbörsen mit Nahrungsmitteln. Dabei ist das keine neue Entwicklung. Seit Jahren werden Konzerne dafür kritisiert – so auch in einer neuen Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam. Demnach setzt die Allianz in fünf Fonds auf steigende Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Anheizen von Krisen
Solche Geschäfte können Hungerkrisen verschärfen. Der Studie zufolge hatte die Allianz 2011 mehr als 6,2 Milliarden Euro in solche Fonds investiert, die Deutsche Bank knapp 4,6 Milliarden Euro. Die Allianz wies die Vorwürfe zurück. Der Finanzkonzern investiere weniger als ein Prozent seiner Anlagen in Nahrungsmittelderivate. Dabei setzten die Fonds nicht gezielt auf steigende Preise.