Mittwoch, 22. Mai 2013

Hörsaal /

Nanotechnologie Mächtige Winzlinge  

Wolfgang M. Hecker über Chancen und Risiken der Nanotechnologie

Eine Frau cremt sich intensiv mit Sonnencreme ein.
Sie sind so klein, man sieht sie kaum. Nanoteilchen finden sich in Sonnen- und Anti-Aging-Cremes, Zahnpasta und Socken. (Koen Suyk | dpa)

Wenn man Materialien auf Nanogröße reduziert, also auf Teilchen, die nur wenige Millionstel Millimeter klein sind, haben sie völlig andere Eigenschaften als größere Teilchen ihrer Sorte: Plötzlich werden sie etwa durchsichtig, können leuchten oder verändern ihre Farbe. Nanotechnologie gilt als eine der großen Technologien der Zukunft.

Schon jetzt ist Nanotechnologie allgegenwärtig in unserem Alltag: Zum Beispiel in Sonnencremes, die mit Hilfe kleinster Titandioxid-Partikel besonders guten UV-Schutz bieten, in Haushaltsgeräten oder auch in Textilien, die mittels Nano-Silber antibakterielle Eigenschaften erhalten.

Überall im Alltag

In welchen Gebrauchsgegenständen, Kosmetika oder auch Lebensmitteln tatsächlich Nano-Partikel enthalten sind, lässt sich für den Verbraucher allerdings kaum nachvollziehen, auch wenn es bereits Bestrebungen zu einer Kennzeichnungspflicht gibt.

Gefährliche Zwerge? 

Ebenso wenig wissen wir wirklich, ob diese Zwerge – so die griechische Wortbedeutung von "nano" - nicht vielleicht unserer Gesundheit oder der Umwelt schaden. Entsprechende Hinweise aus der Nanorisikoforschung gibt es viele, wirklich gesicherte Kenntnisse kaum.

Führender Nano-Wissenschaftler

Der Biophysiker Wolfgang M. Heckl ist einer der führenden deutschen Nanowissenschaftler. Seit 2004 ist Heckl Generaldirektor des Deutschen Museums und seit 2009 Inhaber des Oskar-von-Miller-Lehrstuhls für Wissenschaftskommunikation der TU München School of Education & Physik Department. Im Rahmen der 1. Herrenhäuser Konferenz zu Nanowissenschaften der Volkswagen Stiftung hat er in einem Vortrag einen Einblick in die Nano-Wissenschaft, ihre Herausforderungen und ihre Risiken gegeben.



Mehr bei DRadio Wissen:

Benzin: Nano-Katalysator für schlechten Treibstoff
Frank Grotelüschen über neue Katalysatoren für Treibstoffe
(Natur vom 30.01.2013)

Nanotechnologie: Warten auf den großen Knall
Interview mit dem Alternativen Nobelpreisträger und Technologiekritiker Pat Mooney über sein Buch "Next Bang"
(Natur vom 15.09.2010)

Weitere Informationen:

Vorsorgestrategien für Nanomaterialien
(umweltrat.de Juni 2011 / PDF)

Datenbank von Produkten mit Nanomaterialien
(bund.net)

OECD Database on Research into the Safety of Manufactured Nanomaterials
(oecd.org)

WHO und FAO:
Entwurf eines Dokuments zum neuesten Stand in Bezug auf Risikobewertung und Risikomanagement von Nanotechnologien im Lebensmittel- und Landwirtschaftssektor
(fao.org vom 30.11.2012 / PDF)

"Aktionsplan Nanotechnologie 2015" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(bmbf.de vom 27.10.2011)

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