Nanotechnologie Mächtige Winzlinge
Wolfgang M. Hecker über Chancen und Risiken der Nanotechnologie
-
- Sie sind so klein, man sieht sie kaum. Nanoteilchen finden sich in Sonnen- und Anti-Aging-Cremes, Zahnpasta und Socken. (Koen Suyk | dpa)
Wenn man Materialien auf Nanogröße reduziert, also auf Teilchen, die nur wenige Millionstel Millimeter klein sind, haben sie völlig andere Eigenschaften als größere Teilchen ihrer Sorte: Plötzlich werden sie etwa durchsichtig, können leuchten oder verändern ihre Farbe. Nanotechnologie gilt als eine der großen Technologien der Zukunft.
Schon jetzt ist Nanotechnologie allgegenwärtig in unserem Alltag: Zum Beispiel in Sonnencremes, die mit Hilfe kleinster Titandioxid-Partikel besonders guten UV-Schutz bieten, in Haushaltsgeräten oder auch in Textilien, die mittels Nano-Silber antibakterielle Eigenschaften erhalten.
Überall im Alltag
In welchen Gebrauchsgegenständen, Kosmetika oder auch Lebensmitteln tatsächlich Nano-Partikel enthalten sind, lässt sich für den Verbraucher allerdings kaum nachvollziehen, auch wenn es bereits Bestrebungen zu einer Kennzeichnungspflicht gibt.
Gefährliche Zwerge?
Ebenso wenig wissen wir wirklich, ob diese Zwerge – so die griechische Wortbedeutung von "nano" - nicht vielleicht unserer Gesundheit oder der Umwelt schaden. Entsprechende Hinweise aus der Nanorisikoforschung gibt es viele, wirklich gesicherte Kenntnisse kaum.
Führender Nano-Wissenschaftler
Der Biophysiker Wolfgang M. Heckl ist einer der führenden deutschen Nanowissenschaftler. Seit 2004 ist Heckl Generaldirektor des Deutschen Museums und seit 2009 Inhaber des Oskar-von-Miller-Lehrstuhls für Wissenschaftskommunikation der TU München School of Education & Physik Department. Im Rahmen der 1. Herrenhäuser Konferenz zu Nanowissenschaften der Volkswagen Stiftung hat er in einem Vortrag einen Einblick in die Nano-Wissenschaft, ihre Herausforderungen und ihre Risiken gegeben.