Freitag, 24. Mai 2013

Online Talk /

NETZ.REPORTER XL Geschlechterbilder im Netz  

Das Netz frei von Sexismus und Rassimus - eine Utopie?

Ein Piktrogramm zeigt, wie ein Mann heimlich einen Blick auf eine Frau erhaschen will. Ursprünglich auf einem koreanischen Toilettenschild zu sehen.
Typisch Mann - würde doch jeder denken. Die festen Geschlechterbilder setzen sich auch im Netz fort. (flickr.com | wili_hybrid CC BY-NC 2.0)

Nicht nur manch Piratin oder Pirat vertritt die These, dass das Netz postgender sei. Aber ist das wirklich so? Spielt das Geschlecht im Zeitalter der Digitalisierung tatsächlich keine Rolle mehr? Eins ist klar: Sobald von Sexismus oder Rassismus die Rede ist, wird die Diskussion sehr schnell kontrovers.

Das Internet ist kein Paralleluniversum. Hier gelten die gleichen Mechanismen, die in der Gesellschaft das Zusammenleben der Geschlechter regeln. Politik und Wirtschaft sind häufig männerdominiert. Die digitalen Diskurse bilden da bislang keine Ausnahme – obwohl laut einer Studie des Kulturwissenschaftlers Klaus Schönberger in zahlreichen europäischen Ländern rund zwei Drittel der Blogs von Frauen geschrieben werden.

Neue Technik - neue Gewalt

Liegt das vielleicht auch am Sexismus, der Frauen im Netz entgegenschlägt? Nicht nur in Blogkommentaren, sondern auch per Stalking in sozialen Netzwerken oder in Form von anzüglichen SMS – mit der Technik verändern sich die Ausdrucksformen der Gewalt gegen Frauen.

Internet - Spiegel der Gesellschaft

Aber wäre das Internet tatsächlich ein anderer Ort, wenn die Chefin von Facebook Mariah Zuckerberg hieße, und zwei Frauen namens Leah Page und Sarah Brin Google gegründet hätten? Was ändert sich mit der neuen Frau an Yahoos Spitze, Marissa Mayer? Oder wird der Einfluss einzelner Akteure überschätzt?

Gäste:
Zwei Frauen und ein Mann werden über diese Fragen diskutieren: 

 

    • Katrin Rönicke ist eine der Gründerinnen der feministischen Initiative Frau Lila, bloggt unter The Leftist Elite und hat zusammen mit den Autorinnen des Buches „Wir Alphamädchen" - Barbara Streidl und Susanne Klingner - das Bloggerinnen-Magazin Featurette ins Leben gerufen – das Ziel: Frauen in der digitalen Gesellschaft präsenter machen.

 

 

Moderation:
Vera Linß

Redaktion:
Simon Hurtz, Markus Heidmeier, Kooperative Berlin

Mitmachen:

Weitere Links und Informationen des Netzreporters bei FacebookTwitter und Google+.



Mehr bei DRadio Wissen:

Gender Studies: Jäger und Sammler, Herde und Heime
Lydia Meyer über das Netz, das sich gerne innovativ und emanzipiert gibt. Leider ist aber die Welt der Geeks und Nerds auch nur voller Klischees.
(Netzreporter vom 21.12.2011)

Digital Gender: Wir brauchen mehr Frauenschwärme
Jochen Thermann über das Kollektiv, das intelligent agieren kann, wenn es weiblich genug ist.
(Netzreporter vom 07.09.2011)

Weitere Informationen:

Geschlechterdebatte im Netz: Hat die Piratenpartei recht?
(sueddeutsche.de vom 10.01.2012)

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Kommentare 4 - 1 von 4

  • 4. Blogs und Links

    @Michael Baleanu: Die Aussage im Text, dass rund zwei Drittel der Blogs von Frauen geschrieben werden, bezieht sich auf eine Studie von Klaus Schönberger. Die Aussage ist mit einem Artikel der SZ verlinkt, in dem es weitere Informationen dazu gibt.

    Onlineredaktion 13.08.2012 15:33 Uhr

  • 3. Fehlinformationen werden auch durch Wiederholung nicht wahrer!

    Die Behauptung, zwei Drittel der Bloggs wären von Frauen geschrieben scheint so nicht zu stimmen! Wird auch im Laufe der Sendung von den interviewten Damen korrigiert: Nur 5% der Blogger wären weiblich. Könnten wir vielleicht verlässliche Informationen darüber erhalten? Gibt es Links auf entsprechende Statistiken? Warum wird diese Fehlinformation weiterhin im Text behalten?

    MichaelBaleanu 12.08.2012 13:38 Uhr

  • 2. Sexistische Aufnahmetests der Uni Wien

    Wie wäre es z.B., wenn DRadio-Wissen einmal über die männerdiskriminierenden Aufnahmetests zum Medizinstudium in Wien berichten würde ? Das Thema schlägt zur Zeit hohe Wellen - Frauen werden ganz offiziell bevorzugt und können sogar dann einen Platz erhalten, wenn sie schlechter platziert sind als Männer, die keinen Platz bekommen ! DAS ist Sexismus !! Nachzulsen hier: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/medizinstudium-in-wien-frauen-bei-aufnahmepruefung-bevorzugt-a-848316.html

    ChrisZ 06.08.2012 19:26 Uhr

  • 1. Fängt das schon wieder an ?

    Man konnte in den letzten Monaten den Eindruck bekommen, dass der DLF/DRadio-Wissen es endlich geschafft hätten, wenigstens einigermaßen von ihrem streng feministischen und häufig männerfeindlichen Kurs wegzukommen. Vermutlich dürfte dies am Abgang der beiden Chefredakteure gelegen haben, insbesondere der frühere DLF-Chefredakteur Stephan Detjen macht ja aus seiner feministischen Gesinnung kaum einen Hehl, man höre sich nur einmal ein paar seiner auf DRadio verbreiteten, kaum erträglichen Kommentare an. Aber die Rückfallgefahr scheint weiterhin groß zu sein, was soll z.B. eine Formulierung wie "...Sexismus, der Frauen im Netz entgegenschlägt..." ? Es ist doch ganz offensichtlich genau umgekehrt - als männlicher Hörer wird/wurde man regelmäßig mit Beiträgen belästigt, in denen Männer auf hässliche Weise herabgewürdigt werden, während für Frauen die Opferrolle reserviert wird. Eine Thematisierung der Benachteiligungen von Männern - Fehlanzeige. Warum kann z.B. eine erklärte Feministin wie Katrin Rönicke hier, assistiert von einem männlichen Feministen, ungehindert ihre Ideologie verbreiten, ohne dass ihr ein ausgewiesener Männerrechtler, wie z.B. Arne Hoffmann gegenüber sitzt, der all den feministischen Unsinn korrigiert und widerlegt ? Ich würde es sehr begrüßen, wenn DRadio Wissen bei seinem in letzter Zeit etwas sachlicher gewordenen Kurs bleiben und sich nicht neuerlich zum Sprachrohr feministischer Propaganda machen würde !

    ChrisZ 06.08.2012 19:19 Uhr

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