NETZ.REPORTER XL "No Copyright"
Gema und Leistungsschutzrecht, CC-Lizenz und Kostenloskultur oder Abmahnwelle, Kulturflatrate und Contentkommunismus. Die Reihe der Kampfbegriffe in der Urheberrechtsdebatte ist endlos. Kann man die Diskussion eigentlich noch ideologiefrei führen? Wir versuchen es.
Dass die Digitalisierung die Handhabung immaterieller Güter wie Musik, Film oder Text dramatisch verändert hat, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen des Onlinezeitalters. Die daraus zu ziehenden Konsequenzen schätzen die Beteiligten allerdings sehr unterschiedlich ein. Fordern die einen eine Reform des Urheberrechts, um die rechtliche Handhabung neuen kulturellen Praktiken wie Kopie, Mast-Up oder Verlinkung anzupassen, fürchten die anderen die Zerstörung der Lebensgrundlage und Geschäftsmodelle von Künstlern und Verlagen.
Radikaler Lösungsansatz: Komplette Abschaffung des Copyrights
Neue Entwürfe zum Leistungsschutzrecht könnten das seit Jahrzehnten existierende Urheberrecht beispielsweise auch für Presseverlage wirkungsvoll durchsetzen. So die Überzeugung vieler. Andere sehen in derartigen Vorstößen weltfremde Konzepte, die sich im digitalen Raum weder durchsetzen lassen, noch zeitgemäß sind. Mit Blick auf die Verfahrenheit der Auseinandersetzung schlägt das Buch "No Copyright" von Joost Smiers und Marieke van Schijndel, das in dieser Woche in Deutschland vorgestellt wurde, eine radikale Lösung vor: Die komplette Abschaffung des Copyrights.
Die kontrovers geführte Debatte erhitzt weiterhin die Gemüter
Utopischer Tagtraum digitaler Extremisten oder kluger Ansatz einer allgemeinen Befriedung der erhitzen Diskussion? Darüber diskutiert Vera Linß mit Christoph Keese vom Springer Verlag, dem Blogger Michael Seemann und dem Juristen und Urheberrechtsexperten Till Kreutzer von irights.info.
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