NETZ.REPORTER XL Sopa, Acta und Co.
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- Die Kritik an Sopa, Acta und Co. wächst. (justgrimes | flickr | CC BY-SA 2.0)
Die Debatte um die sogenannte Internetpiraterie nimmt an Schärfe zu, erste Proteste zeigen aber auch Wirkung.
Einen vergleichbaren Vorgang hatte es bisher noch nicht gegeben. In dieser Woche waren die Internetseiten wichtiger Online-Akteure wie zum Beispiel der Wikipedia in den USA für einen Tag schwarz. Aus Protest gegen geplante Gesetze im Kampf gegen angebliche Raubkopierer im Netz. Die Kritiker fürchten, dass die Umsetzung der Gesetze die Kultur des Netzes massiv und irreversibel verändern wird. Nicht nur in den USA.
Kontroverse Debatten
Der Stop Online Piracy Act in den USA (kurz: Sopa) ist nach Ansicht zahlreicher Netzaktivisten auch für Europa ein relevantes Thema. Nicht zuletzt, weil das EU-Pendant Acta (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) große Ähnlichkeit aufweist. Sopa sorgte in dieser Woche für kontroverse Debatten in Zeitungen und politischen Kreisen. Allerdings nur außerhalb des Netzes. Denn im Netz sind sich fast alle einig.
Gesetzesentwurf kündigt nachhaltige Veränderung an
Der Gesetzentwurf, der behauptet, die so genannte Online-Piraterie bekämpfen zu wollen, hat das Potenzial, den digitalen Lebensraum so nachhaltig zu verändern, dass die Schäden und Beschränkungen nicht mehr rückgängig zu machen sind. Und diese Veränderung hätte nicht nur Folgen für die USA, wo Sopa als nationales Gesetz immer noch in Kraft treten könnte, sondern auch für User in Europa.
Studiogäste
Im Online Talk bei DRadio Wissen diskutieren darüber:
Ulrike Langer, sie ist Medienjournalistin in Seattle (USA) und sagt im Bezug auf Sopa: "Die letzten Tage haben gezeigt, dass Geld nicht immer Gesetze kaufen kann".
Markus Beckedahl, er bloggt auf Netzpolitk.org, hat die NGO Digitale Gesellschaft e.V gegründet und meint: "Es geht hier um einen Kulturkampf, Hollywood gegen das Internet."
Jan Albrecht - er sitzt für die Grünen im Europaparlament und erklärt: "Acta ist eine Richtungsentscheidung". Die Verantwortung solle dabei verlagert werden hin zu den einzelnen Internet-Nutzern.
Die Moderation der Netzreporter.XL Ausgabe hat Vera Linß.