Sonntag, 19. Mai 2013

Online Talk /

Netzdebatten Von Kulturtechniken und Technikkultur  

Analyse und Hintergrund zu den aktuellen Netz-Ereignissen

Rosie the Blogger
Frauen-Power im Netz. (Mike Licht, NotionsCapital.com | Flickr CC BY 2.0)

Wie kann Netzpolitik für Frauen interessant werden? Warum befinden sich Blogs in der Krise? Wieso jagen Strafverfolger Netzaktivisten? Anne Roth, Anjte Schrupp, Jürgen Kuri und Philip Banse geben darauf Antworten.

Das Blog netzpolitik.org fragte vor Kurzem: "Wie kann der Anteil weiblicher Leserinnen gesteigert werden? Netzpolitik sollte keine Männersache sein und geht alle an."  Und fand bislang keine Antwort. Anne Roth schlussfolgerte: "Netzpolitik und Frauen passen einfach nicht zusammen".

Post-Gender

Claudia Kilian bloggt dagegen: "Netzpolitik ist weiblich", während die Spiegel-Journalistin Annett Meiritz beschreibt: "Wie ich die Frauenfeindlichkeit der Piratenpartei kennenlernte." Damit scheint auch die Post-Gender-Vision der Piratenpartei noch in weiter Ferne zu liegen. Und so leben wir auch in der Netzwelt eine Differenz, die sich nicht per Definition eines irgendwie gearteten Post-Feminismus aus der Welt schaffen lässt. Markus Beckedahl analysiert jedenfalls zunächst mal seine Leser, um Netzpolitik auch für Frauen attraktiver werden zu lassen.

Krise der Blogger

Der US-Politblogger Andrew Sullivan will künftig seinen Blog allein von Lesern finanzieren lassen - ohne Werbung, ohne Sponsoren, ohne Investoren. Die Bloggerin Antje Schrupp argumentiert heftig gegen diesen Ansatz und erklärkt: "Warum ich nicht von Euch finanziert werden will". Wolfgang Michal sieht in den sozialen Netzwerken den Grund, warum die Luft in der Blogosphäre dünner geworden ist.

Verfolgung von Netzaktivisten

Danah Boyd  und Jennifer Granick beschreiben ihre Gefühle nach dem Freitod von Aaron SwartzProgrammierer, Autor und Hacktivist. Boyd glaubt, dass an Swartz ein Exempel statuiert werden sollte, um die Hacker-Community einzuschüchtern. Hacktivismus scheint für die Politik vor allem ein strafrechtlich zu behandelndes Abweichlertum zu sein, keine Protesthaltung, von der Denkanstöße ausgehen könnten.

 

Über diese Themen diskutieren: 

Philip Banse 

 

Anne Roth, Bloggerin, Journalistin und Politologin 

 

Antje Schrupp, Bloggerin, Journalistin, Politologin 

 

Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur der Computerzeitschrift c't / Heise Online

 

Mitmachen:

Diese Sendung wird über Heise Online auch per Live-Videostream übertragen; der Stream steht im Anschluss auch zum Nachsehen bereit. 



Mehr bei DRadio Wissen:

Netzkultur: Krise der Blogger
Konstantin Zurawski über kriselnde Blogs
(Agenda vom 15.01.2013)

Netz.Reporter XL: Geschlechterbilder im NetzDas Netz frei von Sexismus und Rassimus - eine Utopie?
(Online Talk vom 05.08.2012)

Weitere Informationen:

Aktivität von Aaron Swartz am MIT wird untersucht(heise.de vom 15.01.2013)

#pdftribute: Wissenschaftler gedenken Aaron Swartz
(heise.de vom 14.01.2013)

 

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Kommentare 1 - 3 von 3

  • 1. blog lesen

    Hallo, kann es sein dass sich die Bloggergemeinde zu wichtig nimmt. Häufig nehme ich als (aktiver) Internetuser die Blogger erst über die bekannten Medien oder dem gerade beschriebenen Vorfall (USA) wahr. Die ersten Kontakte mit blogs hatten bei mir den Eindruck hinterlassen, dass dort viel Psychomüll abgeladen wird. Ya Guza

    yaguza 19.01.2013 11:50 Uhr

  • 2. Noch eine freundliche Ergänzung

    Der Vollständigkeit halber möchte ich noch den Blog genderama (googlen) ergänzen, der von dem bekannten Medienwissenschaftler Arne Hoffmann betrieben wird und sich sowohl mit Männerrechten, wie auch zu einem großen Teil Netzthemen befasst. Arne Hoffmann hat ebenfalls zeitweilig in der Piratenpartei mitgearbeitet und es war in den Forendiskussionen zu Genderthemen interessant zu beobachten, welche Privilegien Frauen und Feministinnen sogar in der Piratenpartei geniessen und wie schwer es Männerrechtlern gemacht wurde, ihre oftmals wesentlich besser begründeten Anliegen (z.B. Massnahmen gegen die Bildungsbenachteiligung von Jungen zu ergreifen) durchsetzen zu können. In der Piratenpartei werden Frauen nahezu in der gleichen Weise privilegiert (es mag noch minimale Unterschiede geben, da z.B. sexistische Frauenquoten abgelehnt werden), wie in den übrigen Parteien.

    ChrisZ 25.01.2013 22:33 Uhr

  • 3. Foren

    ich habe sehr lange in einem der größten Forum der Brigitte mitdiskutiert...es ist wunderbar für handfeste Tipps bei Herzschmerz und einer benötigten Kopfwäsche. Alles was darüber hinaus geht in Richtung Politik, Gender und Frauenproblemen wird massiv von einer ca. 5 Menschen großen Gruppe angegriffen, bis eine Diskussion unmöglich wird. Ist ja ein nicht unbekanntes Problem. ...und genau deshalb habe ich angefangen zu bloggen, ob ich mir die Kommentarzeile erspare, darüber denke ich noch mal nach. Allerdings macht es mir Sorge inwiefern die Generation Internet die gerade mal teils im Teeniealter ist von solchen weltfremden Meinungsmachern beeinflusst ist. Teils habe ich das Gefühl sie gehen wesentlich cooler damit um, obwohl ich der Ausprägung der Medienreflexion kritisch betrachte. Was ich eigentlich sagen wollte: wichtiges Thema ;) Wo wird diskutiert?

    MissPompidou 27.02.2013 23:04 Uhr

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