Sonntag, 19. Mai 2013

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Netzkultur Krise der Blogger  

Konstantin Zurawski über kriselnde Blogs

Ein Badge mit der Aufschrift "Wir lieben Bloggen".
Wir lieben Blogs, aber anscheinend sind wir nicht mehr so viele wie früher. (Taro Yamamoto | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Die Zeiten in denen Blogs in aller Munde waren und die Besucherzahlen stiegen, sind längst vorbei. Heute steckt die Blog-Szene in der Krise: weniger Besucher, weniger Blogger, schwächere Google-Rankings.

Der Journalist und Autor Eric Kubitz hat zum ersten Mal handfeste Indizien für die Blog-Krise gesammelt: Er hat die Google-Sichtbarkeit von einigen deutschen Blogs analysiert, darunter Netzwertig, Netzpolitik, Bildblog, Lawblog, Basic Thinking und das Blog von Stefan Niggemeier. Er ist zu dem Schluss gekommen, dass alle Blogs heute bei Google schlechter auffindbar sind als noch vor zwei Jahren.

Gründe für die Krise

Kubitz stellt einige Theorien für das schwache Google-Ranking auf: Es könnte weniger gebloggt werden als früher und Twitter könnte als schnelleres Medium einige Blog-Einträge ersetzen, manche Blogger könnten auch zu dem Schluss gekommen sein, dass das Geschäftsmodell Blog schlichtweg nicht funktioniert.

Mehr Konkurrenz

Aber auch die Konkurrenz durch große Nachrichtenportale und Soziale Netzwerke sei größer geworden, wie die Webschau bereits in "Das Jahr der Entscheidung" berichtet hat. Und schließlich: Google hat seinen Algorithmus geändert, Blogs werden schlechter gewertet. Auch das hat Einfluss auf die Besucherzahlen

Blogs verlieren

Dass Blogs in der Krise stecken, zeigen zwei Zitate. Johnny Häusler beklagt eine mangelnde Diskussionskultur: "Wenn ich früher einen Artikel veröffentlichte, stießen nach und nach ein paar andere Blogger darauf, verlinkten ihn vielleicht, und im besten Fall fand eine Diskussion dazu statt." Auch Wolfgang Michal von "Der Freitag" sucht Gründe für den "konstatierten Rückzug der Blogs".

Mehr Qualität

Der Blog-Boom scheint vorbei, und das hat auch seine positiven Seiten, schreibt Sebastian Fiebiger: "Heute bloggt in der Regel nur, wer wirklich Bock drauf hat. Und das macht Blogs insgesamt lesenswerter.“

Es gibt gar keine Krise

Einige Blogger sehen gar keine Krise. Gunnar Sohn vom Blog "Ich sag mal" schreibt, dass es momentan in der Blogger-Szene ruhiger geworden sei und sich auch verdiente Blogger nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen könnten. Und Thomas Gigold von Medienrauschen stellt fest: Alle Jahre wieder würden Meta-Blogs und überkritische Journalisten den Blogs eine Sinn-Krise herbeischreiben, obwohl alles so ist wie gehabt.

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