Netzpolitik Sorge um Verfall geistigen Eigentums
Webschau mit Sebastian Sonntag
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- Ansgar Heveling (CDU) sitzt seit 2009 für die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. (CDU/CSU Bundestagsfraktion)
Protestaktionen zu Sopa und Pipa seien eine Kampfansage an die digitale Elite, so Ansgar Heveling in seinem Handelsblatt-Kommentar. Die Protestkultur der letzten Wochen bezeichnet Heveling als "unheilige Allianz aus digitalen Maoisten und kapitalstarken Monopolisten".
Der Gastkommentar des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt führte zu tausenden Reaktionen innerhalb weniger Stunden allein auf Twitter.
Heveling kommt aus Nordrheinwestfalen, ist 40 Jahre alt und sitzt für die CDU im Bundestag. Außerdem ist er Mitglied in der Enquete-Kommission für Internet und Digitale Gesellschaft des deutschen Bundestages. Daran erinnert auch Marcus Beckedahl auf dem Blog netzpoltik.org.
Spott und Häme
Für seine Thesen hat er vor allem viel Spott geerntet. Bei Twitter sind unter dem Hashtag #hevelingfacts tausende Tweets mit weiteren möglichen Fakten zusammen getragen worden.
Stephan Urbach hat auf seinem Blog eine Gegenrede verfasst: "Während die 'digital natives' von den analogen Menschen zu Spinnern und Verrückten abgestempelt werden, vergessen diese dabei, dass es sich bei dieser Lebensform um eine wachsende Mehrheit der Bürger handelt."
Martialische Rhetorik
Vera Bunse weist auf ihrem Blog Kaffe bei mir? Auf den Spachstil des Artikels hin: "Vor allem fragt sich der Leser, wie es ein Mensch des Jahrgangs 1972 schafft, eine so perfekte Kriegsrhetorik hinzukriegen." Eine ähnliche Assoziation hatten wohl einige im Netz und daraus sind dann auch verschiedenste kreative Auswüchse entstanden.
Videos und Remix
Der Videoblogger Mario Sixtus hat ein Video erstellt in dem er Kriegsbilder aus dem zweiten Weltkrieg mit dem Text von Ansgar Heveling unterlegt, gesprochen von einem Mann und einer Frau. Eine Audiointerpretation auf dem Blog Ausnahmeblog geht in eine ähnliche Richtung. Für alle Rheinländer gibt es die Karnevals-Interpretation: Das Blog Metronaut präsentiert die passende Büttenrede dazu. Auch der Blogger Time Pritelove hat den Text eingesprochen und zum Remixen aufgerufen. Da wird also bestimmt noch die ein oder andere Kreativleistung im Netz auftauchen.
"Das berührt mich nicht"
Gegenüber der Süddeutschen Zeitung äußerte Heveling, dass er über die Kommentare nicht überrascht sei: "Die ganze Bandbreite von großer Zustimmung bis totaler Ablehnung, das gehört alles dazu. Ob das dann alles klug formuliert ist, ist eine andere Frage. Aber das berührt mich nicht."