Mittwoch, 22. Mai 2013

Hörsaal /

Nobelpreisträger Chemie: Politik des Klimawandels  

Der mexikanische Chemiker und Nobelpreisträger Mario Molina über Forschungsergebnisse und politische Konsequenzen

Rauch steigt aus den Schornsteinen eines Kohlekraftwerks.
Der Energiehunger der Menschen führt seit Jahrzehnten zur einer globalen Erderwärmung. (picture alliance / Wolfram Steinberg)

Darf man untätig bleiben, nur weil nicht 100-prozentig nachgewiesen ist, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist?

Der Weltklimarat nennt den Schulidigen des Klimawandels: Mit über 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit ist der Mensch verantwortlich. Welche Rolle die Wissenschaft bei den Erkentnissen rund um die Klimaveränderungen spielt, erklärt Mario José Molina in seinem Vortrag "The Science and Policy of Climate Change".

Konsequenzen ziehen

Der mexikanische Chemiker und Nobelpreisträger Mario José Molina.Der mexikanische Chemiker und Nobelpreisträger Mario José Molina.Dem mexikanische Chemiker und Nobelpreisträger geht es dabei nicht allein um die wissenschaftlichen Erkenntnisse selbst. Immer wieder betont er, wie dringend es ist, dass wir aus den Forschungsergebnissen auch praktische Konsequenzen ziehen wie: Wir müssen energieeffizienter bauen, produzieren und reisen. Wir müssen erneuerbare Energien nutzen wie Wind, Wasser und Sonne. Molina ist aber auch davon überzeugt, dass wir über die Möglichkeit nachdenken müssen, neue und sicherere Atomkraftwerke zu bauen.

 

(Lindauer Nobelpreisträgertagungen)

 

1995 hat Molina zusammen mit seinen Kollegen Sherwood Rowland und Paul Crutzen den Nobelpreis für Chemie bekommen. Die drei Forscher haben entdeckt, dass bestimmte industrielle Gase die Ozonschicht zerstören. Molina hat seinen Vortrag beim 62. Treffen der Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee gehalten.



Weitere Vorträge vom 62. Treffen der Nobelpreisträger in Lindau:

Astrophysik: Blick ins Universum
Brian P. Schmidt und John C. Mather erklären, was wir mit gigantischen Teleskopen sehen können

Physik: Konsequenzen des Klimawandels
Ivar Giaever und Hartmut Michel  über die Ursachen und Folgen des Klimawandels

Die Geschichte der Elementarteilchen
Vortrag von Martinus J.G. Veltman
(Hörsaal am 12.11.2012)

Physik: Teilchenschauer aus dem All
Der Physik-Nobelpreisträger James Watson Cronin über die Geschichte der Erforschung der kosmischen Strahlung

Chemie: Hart und elastisch
Der israelische Chemiker Dan Shechtman entdeckte 1982 Quasikristalle

Chemie: Tanz der Moleküle
Wie Dudley Robert Herschbach Pionierarbeit bei der Erforschung chemischer Reaktionen leistete.

 

 

Mehr bei DRadio Wissen:

Klimawandel: Gashydrate und Golfstrom
Dagmar Röhrlich über Veränderungen in der Meeresströmung und ihre Klimaauswirkungen
(Natur vom 26.10.2012)

Arktis: Auf ganz dünnem Eis
Stefanie Schramm stellt die katastrophale Klimasituation der Arktis vor
(Agenda vom 01.10.2012)

Arktis: Melting Pot
Das ewige Eis der Arktis schmilzt - das hat Folgen für Klima, Wirtschaft und Politik
(Agenda vom 28.09.2012)

Politikberatung III: Dissens als Taktik
Naomi Oreskes erläutert ihre Thesen über den politischen Missbrauch wissenschaftlicher Kontroversen
(Hörsaal)

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