Nobelpreisträger Physik: Teilchenschauer aus dem All
Der Physik-Nobelpreisträger James Watson Cronin über die Geschichte der Erforschung der kosmischen Strahlung
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- Eine Supernova gilt als Quelle kosmischer Strahlung. (flickr.com | NASA Goddard Photo and Video CC BY 2.0)
Im August 1912 konnte der österreichische Physiker Victor Franz Hess bei einer Ballonfahrt in mehr als 5000 Meter Höhe kosmische Strahlung nachweisen. Für seine Entdeckung erhielt er den Nobelpreis. Seine Experimente bauten auf früheren Forschungsergebnissen auf. Physik-Nobelpreisträger James Watson Cronin gibt in seinem Vortrag einen Überblick über die Erforschung der kosmischen Strahlung.
Röntgen, Bequerel, Curie, Wulf, Gockel - um nur einige zu nennen - sie alle hatten sich mit einer bis dato unbekannten Art von Strahlung befasst, durch die Luft ionisiert, das heißt elektrisch aufgeladen wird. Die Forschung an der Radioaktivität war zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon in großen Schritten vorangeschritten. Damals konnten Hess und andere zeigen, dass energiegeladene Strahlung aus dem Weltall auf die Erde trifft.
Rätsel um kosmische Strahlung
(Lindauer Nobelpreisträgertagungen)
Es sollte mehrere Jahrzehnte dauern, bis die Wissenschaft der Natur dieser Teilchenströme auf die Spur kam. Bis heute gibt die kosmische Strahlung den Astrophysikern noch viele Frage auf - etwa, woher genau sie stammt. In seinem englischsprachigen Vortrag "Spontaneous Ionization to Subatomic Physics: Some Vignettes from Cosmic Ray History", den er am 4. Juli 2012 im Rahmen der 62. Lindauer Nobelpreisträgertagung gehalten hat, stellt der Physik-Nobelpreisträger James Watson Cronin Stationen der Erforschung der kosmischen Strahlung vor.
James Watson Cronin wurde am 29. September 1931 in Chicago geboren. 1951 schloss er seine Studien an der Southern Methodist University ab. 1955 promovierte er an der University of Chicago. Cronin erhielt 1980 zusammen mit Val Fitch den Physik-Nobelpreis "für die Entdeckung von Verletzungen fundamentaler Symmetrieprinzipien im Zerfall von neutralen K-Mesonen". Später beschäftigte er sich mit der Erforschung kosmischer Strahlung im Pierre-Auger-Observatorium.