Nordkorea Diktatur in der dritten Generation
Kim Jong Un lockert offenbar das nordkoreanische Steinzeitregime
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- Kim Jong Un, der Nachfolger Kim Jong Ils, scheint das restriktive Regime Nordkoreas zu lockern. (picture alliance / dpa)
Seit Wochen mehren sich die Hinweise darauf, dass sich Nordkorea im Inneren zu wandeln beginnt. Das Stadtbild von Pjöngjang ziert mitunter eine Kirmes. Die Bauern sollen zukünftig einen Teil ihrer Ernte selbst vermarkten können. Und das Parlament hat zwar auch weiterhin nicht viel zu entscheiden, soll aber immerhin häufiger tagen als bisher.
Ungebrochen aber ist nach wie vor der Personenkult, der um den knapp dreißigjährigen Kim Jong Un gemacht wird. Sein Konterfei ziert Plakate mit Losungen, die eine bessere Zukunft unter der genialen Führung des großen Sohnes Nordkoreas versprechen.
Erste Lücken in der Isolation
Wie von seinem Großvater, dem Staatsgründer Kim Il Sung begonnen, hält auch das heutige Regime Nordkoreas an der vollkommenen Abschottung des Landes fest. Im Südosten ist jetzt aber eine chinesisch-nordkoreanische Wirtschaftszone entstanden, die internationale Investoren einlädt. Mit dem ökonomischen Umdenken könnte auch ein politischer Wandel einhergehen.
Neuer Diktator - neues Glück?
ARD-Korrespondent Philipp Abresch mit Innenansichten einer Diktatur
Der Kim Il Sung Platz am Taedong-Fluss in Pjöngjang (Amnesty International)Philipp Abresch war zuletzt im April 2012 in Nordkorea - als der Start einer Langstreckenrakete schon nach wenigen Kilometern in den Wellen des chinesischen Meeres endete.
Er schildert seine Eindrücke vom Innenleben der Diktatur unter Kim Jong Un und berichtet von den allmählichen Veränderungen, die man in Pjöngjang wahrnehmen kann.
In mancher Hinsicht einmalig
Jochen Dreier mit Fakten und Wissenswertem über Nordkorea
Die Fußballfans, die das nordkoreanische Team bei der Fifa WM 2010 anfeuerten, sollen teilweise engagiert worden sein. (AP)Nordkorea wird als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs 1945 gegründet - und ist bis heute die letzte "ideologisch" begründete Diktatur der Welt, das letzte Land in völliger Isolation und das letzte Land mit unbegrenztem Personenkult. Die Nachrichtensendungen senden fast ausschließlich Aktivitäten, die Kim Jong Un vollbracht hat. Die Stellung des Familienclans, der nun schon in der dritten Generation den "obersten Führer" stellt, bleibt unantastbar.
Stadt hui - Land pfui!
Nils Kinkel über den Unterschied zwischen Stadt und Land in Nordkorea
Arm und hungrig - Kinder in der Stadt Kujang stehen barfuß vor einem Feld mit Setzlingen. (dpa)Der ARD-Korrespondent reiste im Sommer 2011 durch Nordkorea und nahm erste Veränderungen wahr. Von ausgelassenen Menschen, die in Pjöngjang eine Kirmes besuchen berichtet er ebenso, wie über die bittere Armut auf dem Land. Laut einem Unicef-Bericht von 2004 leiden in Nordkorea 42 Prozent der unter Siebenjährigen an chronischer und 9 Prozent an akuter Unterernährung. Der Bericht ist eine Wiederholung vom 04.08.2011.
Karge Anbindung ans WWW
Thomas Reintjes über die zurückgebliebene Internetanbindung Nordkoreas
In einem Rechenzentrum in Pjöngjang sitzen Softwarespezialisten und programmieren Anwendungen. (picture-alliance/ dpa | epa Adrian Bradshaw)Seit 2007 existiert die Länderkennung .kp für nordkoreanische Internetseiten - für die wenigen, die es überhaupt gibt. Diese Internetseiten sind meist staatlich und dienen hauptsächlich der Außenwirkung - also uns -, denn in Nordkorea selbst gibt es praktisch kein Internet. Deshalb gibt es die wichtigste Seite, das offizielle Regierungsportal, auch auf Deutsch.
Nordkorea als Machtfaktor im asiatisch-pazifischen Raum
Peter Kujath über die Position Nordkoreas in der asiatisch-pazifischen Welt
Mittelstreckenraketen bei einer Militärparade in Pjöngjang (picture alliance | dpa)Nordkorea gibt seit 1950 immer wieder Anlass für militärische Auseinandersetzungen. Besonders das Verhältnis zu Südkorea ist spannungsgeladen. Aber mit Kim Jong Un könnte sich das ändern, denn die Einrichtung einer nordkoreanisch-chinesischen Wirtschaftszone im Nordosten des Landes könnte den Beginn eines tiefgreifenden Wandels markieren.
In Lagerhaft geboren: Das Schicksal des Shin Dong-Hyuk
Marc Wiese hat einen Film über Straflager Nordkoreas gemacht
Folter in einem nordkoreanischen Gefängnis (Rekonstruktion) (Amnesty International)Shin Dong-Hyuk wird in einem nordkoreanischen Umerziehungslager geboren. Kindheit und Jugend verbringt er als politischer Häftling: Er muss Zwangsarbeit leisten, bis ihm mit 23 Jahren per Zufall die Flucht gelingt. In seinem Film Camp 14 lässt Regisseur Marc Wiese Shin Dong-Hyuk und zwei seiner Peiniger zu Wort kommen.