Donnerstag, 23. Mai 2013

Agenda /

Nordkorea Ein Land hungert  

Eine Reportage von Nils Kinkel, ARD-Korrespondent in Ostasien

Ein kleines Mädchen mit einem roten Pullover schaut mit starrem Blick in die Kamera. Sie ist sehr dünn. Ein Erwachsener hält ihr eine Schale mit Wasser hin.
Ein Mädchen in einem Kindergarten in Nordkorea, wie viele ihrer Altersgenossen ist sie unterernährt. (Jürgen Escher/Cap Anamur)

Nordkorea ist von chronischem Lebensmittelmangel betroffen, in den 1990er-Jahren starben bereits Tausende Menschen bei einer Hungersnot. Laut der UNO brauchen dort derzeit rund sechs Millionen Menschen dringend Hilfe.

Doch noch immer schottet sich das kommunistisch regierte Land hermetisch ab. Selbst Hilfsorganisationen haben es schwer, nach Nordkorea zu gelangen. Eine seltene Ausnahmegenehmigung erlaubte es Mitarbeitern der Organisation Cap Anamur 1000 Tonnen Reis und 100 Tonnen Bohnen an Bedürftige zu verteilen.

Hilfe aus eigenen Mitteln unmöglich

Anfang des Jahres gab es einen verzweifelten Hilferuf der nordkoreanischen Botschaft: Wir brauchen dringend Lebensmittel, hieß es damals. 2005 hatte das stalinistische Regime in Pjöngjang noch alle Nichtregierungsorganisationen aus dem Land gewiesen und wollte sich aus eigener Kraft retten. Stattdessen hat sich die Lage verschlimmert, beklagt die Direktorin der Kinderklinik Haeju, Zang Gum Sun: "Wir haben hier sehr viele talentierte und begabte Ärzte, aber uns fehlen Milchprodukte und Lebensmittel, um die Kinder schnell aufzupäppeln. Einige Geräte hier funktionieren noch, aber ich fühle mich sehr schlecht, weil wir die Kinder nicht medizinisch versorgen können."

Versorgung der Patienten ist schwierig

Das einzige Röntgengerät in der Kinderklinik kommt aus China und es ist kaputt. Im Operationssaal sieht es nicht besser aus. Vor zehn Jahren war der mit Spendengeldern von Cap Anamur gebaut worden. Mittlerweile funktioniert dort nicht einmal mehr das Narkosegerät. Doch die Versorgung der Patienten ist schwierig: Es fehlt an Medikamenten und Nahrungsmitteln. Die Betten sind darum nur zur Hälfte belegt.




Mehr bei DRadio Wissen:

Teil 1 - Abseits der künstlichen Kulissen
Einem deutschen Journalistenteam ist die Dokumentation der Hungersnot in Nordkorea gelungen.
(Agenda vom 02.08.2011)

Teil 3 - Die Kluft zwischen Stadt und Land
Armut und Unterernährung auf dem Land, ein fast normales Leben in der Stadt.
(Agenda vom 04.08.2011)

Mehr zum Thema:

Bilderstrecke eines Cap-Anamur-Fotografen, der die Verteilung von Lebensmitteln in Nordkorea dokumentierte.

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Agenda

Eine Frau starrt ungläubig mit aufgerissenen Augen.

PsychologieBist du irre

Alles psychische Störungen: ein ausgelassenes Essen, Traurigkeit, Schüchternheit.

Mehr …

Ein Mann zeigt auf die neue XBox One.

XBox OneBig Brother im Wohnzimmer

Ultimatives Gaming-Erlebnis oder Bespitzelung im Wohnzimmer?

Mehr …

Hände, die auf einem Klavier spielen.

UrheberrechtTaktlos

Warum ein Musiklehrer seine Videos auf Youtube löschen muss.

Mehr …

Der Stadtpark im Hamburger Stadtteil Barmbek.

StadtparksGrün macht glücklich

Im Stadtpark bleibt niemand allein: Wir bevölkern die Grünanlagen gerne in Massen.

Mehr …

Ein Jugendlicher steht vor der Anzeigetafel am Flughafen

AuszeitMach's einfach!

Ob als Au-Pair oder als Backpacker - eine Zeit im Ausland prägt.

Mehr …

Yahoo-Chefin Marissa Meyer und Tumblr-Chef David Karp.

ÜbernahmeCoolness für 1,1 Milliarden Dollar

Yahoo kauft Tumblr - und die User fürchten sich.

Mehr …