Montag, 20. Mai 2013

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Nordkorea Karge Anbindung ans WWW  

Thomas Reintjes gibt in der Webschau einen Überblick über die zurückgebliebene Internetanbindung Nordkoreas

In einem Rechenzentrum in Pjöngjang sitzen Softwarespezialisten und programmieren Anwendungen.
In einem Rechenzentrum in Pjöngjang sitzen Softwarespezialisten und programmieren Anwendungen. (picture-alliance/ dpa | epa Adrian Bradshaw)

Seit 2007 existiert die Länderkennung .kp für nordkoreanische Internetseiten - für die wenigen, die es überhaupt gibt.

Angefangen hat das nordkoreanische Internet in Berlin, genauer gesagt übernahm die Firma KCC Europe GmbH die Verwaltung. In der nordkoreanischen Botschaft standen Bildschirme, Router, Switches und Kabel. Jan Holtermann, der Inhaber der Firma, brachte dann per Satellitenverbindung das Internet ins Land.

2011 wurde dann die .kp-Domain-Verwaltung an die nordkoreanisch-thailändische Firma Star Joint Venture übertragen, nachdem die Server in Berlin plötzlich nicht mehr erreichbar waren.

Staatliches Internet

Wenn man auf nordkoreanischen Internetseiten surfen will, dann handelt es sich meist um staatliche Seiten. Sie dienen hauptsächlich der Außenwirkung - also uns - denn in Nordkorea selbst gibt es praktisch kein Internet. Deshalb gibt es auch die wichtigste Seite, das offizielle Regierungsportal, auf Deutsch. Unter "News" finden wir eine "Vor-Ort-Anleitung von zwei Instituten": "Kim Jong Un, Erster Sekretär der PdAK und Erster Vorsitzender des Verteidigungskomitees der DVRK und Oberster Befehlshaber der KVA, leitete das ausgebaute Institut für Gemüseanbau Pyongyang und das ausgebaute Institut für Zierpflanzenbau Pyongyang vor Ort an." Und so gibt es auf vielen Seiten vordergründig Lustiges - vor dem Hintergrund von Hunger und politischer Restriktion stimmt das aber insgesamt eher traurig.

Auf der Seite findet man E-Books, Redemanuskripte von Kim Il Sung und Kim Jong Il - auch auf Deutsch - Bilder von einem Vergnügungspark, einem Denkmal und einem Ahnenschrein, außerdem Informationen über Tourismus, Politik, Wirtschaft und Kultur.

Regierungskanäle

Eine gute Übersicht mit Erläuterungen über nordkoreanische Internetseiten bietet North Korean Website List. Dort findet man auch eine Liste von Youtube-Channels, in denen es Videos aus Nordkorea zu sehen gibt. Seit fünf Jahren gibt es den möglicherweise offiziellen Staatskanal rodrigorojo1 - "DPR of Korea Official" mit mehr als 2000 Videos, wobei die meisten aus dem nordkoreanischen Fernsehen stammen. Das aktuellste zeigt "Kim Jong Un Enjoys Arirang Mass Games 2012", eine riesige Show- und Sport-Veranstaltung in einem Stadion mit einer Choreographie und angeblich bis zu 100.000 Beteiligten. Das Ganze findet vom 1. August bis 10. Oktober viermal pro Woche statt. Was im Hintergrund wie eine riesige Leinwand aussieht, ist gar keine: Es sind Kinder mit bunten Papptafeln, die ein riesiges Mosaik bilden, das sich alle paar Minuten ändert.

Mehr zum Thema Nordkorea finden Sie in unserem Tagesthema "Nordkorea: Diktatur in der dritten Generation".

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