Nordkorea Malochen fürs Regime
Bernhard Bartsch erklärt, warum das nordkoreanische Regime seine Bürger ins Ausland zur Arbeit schickt
-
- Leibeigenschaft auf Nordkoreanisch. (flickr.com | Joseph A Ferris III CC BY 2.0)
Seit Jahren arbeiten Tausende von Nordkoreanern im Ausland. Von den politischen Eliten wird das Gastarbeitersystem vehement unterstützt, denn das Geld, was die Nordkoreaner im Ausland verdienen, fließt zum größten Teil in die Taschen des Regimes.
Das Gastarbeitersystem hat in Nordkorea eine lange Tradition. Schon seit Jahrzehnten arbeiten viele Nordkoreaner in Russland, vor allem als Holzfäller und Minenarbeiter in Sibirien. Die Zahl der koreanischen Gastarbeiter ist den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, denn inzwischen werden sie auch nach China, Tschechien oder in afrikanische Länder zur Arbeit geschickt.
Verdienstabgabe
Der Waffenexport, bisher eine der wichtigsten Einnahmequellen des nordkoreanischen Regimes, wird durch die UN-Resolutionen erschwert. Daher wird das Gastarbeitersystem weiter ausgedehnt, vor allem nach China, wo eigene chinesisch-nordkoreanische Industriezonen eingerichtet werden. Ein Job im Ausland - eine lukrative Stelle für die Nordkoreaner, würde man denken. Doch weit gefehlt, das meiste Geld, das sie verdienen, fließt in die Taschen der politischen Eliten.
Abgeschottet und ausgebeutet
Damit sie nicht fliehen, werden die Nordkoreaner im Ausland nach Kräften abgeschottet, haben eigene Wohnheime und dürfen die Fabrikkomplexe nicht verlassen. Trotzdem gelingt manchen die Flucht. Im Gegenzug wird dann die ganze Familie des Flüchtlings bestraft. Es sei denn, er schafft es, seine Angehörigen freizukaufen. Dafür muss der Gastarbeiter-Flüchtling zwischen 7000 bis 8000 Dollar dem Regime auf dem Tisch legen. In dem korrupten System ist alles möglich.