Mittwoch, 19. Juni 2013

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NRW Die kleine Bundestagswahl  

Webschau mit Sebastian Sonntag

Der Spitzenkandidat der CDU, Norbert Röttgen, verlässt am Sonntag (13.05.2012) im Landtag von Düsseldorf nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl in NRW ein Fernsehstudio.
Abgang - Norbert Röttgen am Wahlabend. (picture alliance | dpa | Julian Stratenschulte)

Wie die Wahl in Nordrhein-Westfalen im Netz aufgenommen wird.

Wenn im bevölkerungsreichsten Bundesland gewählt wird, dann schauen alle hin. Die Wahl des Landtages in Nordrhein-Westfalen (NRW) wird auch gerne als kleine Bundestagswahl bezeichnet. Wenn an der Aussage etwas dran ist, dann müsste sich Angela Merkel warm anziehen. Denn 13. Mai haben die Wähler in NRW der CDU eine klare Absage erteilt.

Nur 26,3 Prozent haben ihre Stimme für NRW-Spitzenkandidat Norbert Röttgen abgegeben. Klarer Gewinner der Landtagswahl ist die SPD mit der amtierenden und künftigen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Nach zwei Jahren Minderheitsregierung hat die SPD mit 39,1 Prozent zusammen mit den 11,3 Prozent der Grünen jetzt eine komfortable Mehrheit im Parlament. Außerdem haben die Piraten mit fast 8 Prozent den Sprung in den Landtag geschafft. Die Linke ist auf der Strecke geblieben. Für eine große Überraschung sorgte die FDP. Spitzenkandidat Christian Lindner hat entgegen der schlechten Prognosen für seine Partei 8,6 Prozent erkämpft.

Die Sensation: SPD

Faz.net titelt "Im Rausch der Balkendiagramme" und bezeichnet den Sieg der SPD als Sensation in mehrfacher Hinsicht. Zum einen, weil sich Hannelore Kraft gegen den schlechten Bundestrend durchsetzten konnte und zum anderen, weil die SPD bei der letzten Landtagswahl 2010 ihr schlechtestes Ergebnis seit 1954 eingefahren hatte. Sueddeutsche.de beschäftigt sich mit den Konsequenzen der NRW-Wahl für Norbert Röttgen, der nach diesem Misserfolg als möglicher Kanzlerkandidat nicht mehr infrage komme. Zeit Online deutet diesen Umstand in einen Erfolg für Angela Merkel um.

Die Rolle der Spitzenkandidaten

Für die meisten Onlinemedien ist klar: Das Ergebnis dieser Landtagswahl ist eng mit den Spitzenkandidaten verknüpft. In diese Richtung argumentiert zum Beispiel Roland Nelles auf Spiegel Online.  

Der Erfolg der Piraten wird nicht mehr als Sensation aufgefasst. Stattdessen mehren sich die Kommentare, die fordern, dass die Partei jetzt auch Verantwortung übernehmen müsse. Auch auf der Facebook-Seite der Piraten. 

Die Häme und der Spott

Klar ist aber: Die Piraten waren am Sonntag nicht das Thema Nummer eins. Norbert Röttgen hat ihnen die Show gestohlen. Vor allem wegen der Patzer in seinem Wahlkampf. Der Blogger Mario Sixtus schreibt zum Beispiel auf Twitter:  "Habe ein Zugticket gefunden, Düsseldorf – Berlin, Abfahrt heute 18:05 Uhr, muss das von Röttgen sein."

Damit spielt Sixtus auf eine Aktion der Jusos an. Die hatten Nobert Röttgen bei einer Autogrammstunde ein Zugticket untergeschoben, das er unterschrieben hat. Die Fahrt geht von Düsseldorf nach Berlin, Abfahrt war Sonntag um 18:05 Uhr. Der Hintergrund: Norbert Röttgen hat keine konkrete Aussage dazu gemacht hat, ob er auch bei einer Wahlniederlage in NRW bleiben will.

Tim Reckmann beschreibt in einem satirischen Artikel auf Der Postillion.com wie Nobert Röttgen in seiner Vorstellung mit laufenden Motor am Autobahnzubringer Richtung Berlin steht und auf die erste Hochrechnung wartet.  Bei der Runde der Spitzenkandidaten im WDR-Fernsehen war Norbert Röttgen schon nicht mehr dabei.

"Wie in der Grundschule"

Comedian Carolin Kebekus kommentiert das auf Twitter: "Das ist ja wie in der Grundschule nach dem Völkerball. #Röttgen ist im Geräteraum und heult."  Viel Kritik gab es auch an seiner angeblich fehlenden Netzkompetenz. Als Beispiel wird das Facebook-Profil von Nobert Röttgen herangezogen, auf dem nur in der dritten Person über den Politiker geschrieben wird. 

 

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