Nuklearpolitik Atomtest-Veteranen in Frankreich
Ein Beitrag von Suzanne Krause
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- Die Spitze einer Wolke eines Untersee-Atomwaffentests. (taugenichts 1988 | flickr | cc by-nc 2.0)
Am 29. August wird der Internationale Tag gegen Atomtests begangen. Wahrscheinlich wieder fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Am 29.08. wird zum 2. Mal der "Internationale Tag gegen Atomtests" begangen, den die Uno auf Vorschlag von Kasachstan eingerichtet hat. Französische Atomwaffen-Gegner werden dazu am Stichtag Veranstaltungen in Nizza durchführen. Unter ihnen: Mitglieder des Vereins AVEN, der 2001 von selbsternannten "Veteranen der französischen Atomtests" gegründet wurde.
Einer davon ist Jean Marie Barban, den Suzanne Krause in Paris besucht hat. Als Wehrpflichtiger hat er 1961 in Algerien, mitten in der Sahara, an den französischen Atomtests teilgenommen. Heute ist er 70 Jahre alt – und gesund. Sein Freund Hervé Perraudin hingegen war mit der Marine im Überseedepartement Polynesien, hat an 13 Atomtests teilgenommen und leidet heute an Leukämie – Spätfolgen der Atomtests, sagt sein Arzt.
Zähes Ringen um Entschädigung
Erst 2010 trat das Entschädigungsgesetz für die Opfer der 210 Atomtests in Kraft – nach langem Ringen. Doch die erste Bilanz ist niederschmetternd: 129 Anträge auf Entschädigung hat die staatliche Kommission bislang bearbeitet. 127 Dossiers wurden abgelehnt. Am 29. August wollen die Veteranen von AVEN, mit Barban und Perraudin, ihrer Forderung nach internationalen Standards im Umgang mit Atomtestopfern Nachdruck verleihen.