Obdachlose Sightseeing von unten
Elise Landscheck läßt sich von Obdachlosen durch die Stadt führen
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- Ein Obdachloser mit seinen Habseligkeiten unter der Brücke in der Helgoländer Allee in Hamburg. (picture alliance / dpa | Angelika Warmuth)
Wer Hamburg von einer anderen Seite kennen lernen will, muss sich nur einem Obdachlosen anvertrauen. Diese kennen neben den Geheimtipps aus den Reiseführern noch ganz andere Sehenswürdigkeiten.
"Sie sehen Orte, die garantiert in keinem Reiseführer stehen" - so lautet das Versprechen der Stadtführung Nebenschauplätze, ein Angebot der Obdachlosenzeitung "Hinz und Kunzt". Wer an einer der Führungen teilnimmt, sieht Orte und Dingen an denen normale Touristen einfach vorbeigehen würde. Das Winternotquartier für Obdachlose gehört dazu: ein grauer Wohnblock an einer sechsspurigen Straße.
Das Schöne und das Hässliche
Harald, Peter und Thorsten - die Stadtführer - erzählen vom Leben auf der Straße, von Geschäften, die absichtlich ihre Rolläden herunterlassen, weil kein Obdachloser im Eingang liegen soll, von Liebe und Partnerschaft ohne ein Dach über dem Kopf zu haben. Ein weiteres Ziel der Führung ist die Hamburger Stadtmission. Wer von Wohnungsnot bedroht ist, kann hier sechs Wochen lang unterkommen und nach einer neuen Bleibe suchen.