Ökologie Der Gartenbau avanciert zur Boombranche
Ein Gespräch mit Johannes Welsch, Geschäftsführer des Industrieverbandes Garten und Gartenbauingenieur
Die Deutschen investieren Milliarden in ihre Gärten. Umsatz und Zahl der Beschäftigten in der Gartenbau-Branche wachsen von Jahr zu Jahr.
Hätten die Deutschen nicht ihre Liebe zum Garten entdeckt, sähen sich die Baumärkte massiven wirtschaftlichen Problemen ausgesetzt. In Werbespots wird zwar das Bild unzähliger begeisterter deutscher Heimwerker entworfen – die Wirklichkeit sieht aber zunehmend anders aus: Die Baumärkte machen einen immer größer werdenden Anteil ihrer Umsätze mit Gartenartikeln. Stiefmütterchen und Rasenmäher sind beliebter als Gipskarton-Platten und Mörtel.
400.000 Arbeitsplätze sind ein Spitzenwert
Der deutsche Gartenbau ist eine Boombranche, über die wenig berichtet wird. Und dies trotz beeindruckender Beschäftigungs- und Umsatzzahlen: 400.000 Beschäftige und über 15 Milliarden Euro Umsatz sind pro Jahr zu verzeichnen. Der Grund liegt in der Aufsplitterung der Branche. Sie reicht vom fest angestellten Traktorfahrer auf einer Gemüsefarm bis zum Fachverkäufer für Blumenschmuck im Baumarkt. Landschaftsarchitekten, die zunehmend auch für wohlhabende Privatleute Gärten entwerfen, gehören ebenso dazu. Und die Hobbygärtner beginnen, den Profis den Rang abzulaufen. Ihre Zahl steigt und ihr Ausgabebudget wächst kontinuierlich.