Mittwoch, 19. Juni 2013

Natur /

Ökosystem Kaninchenfreie Zone  

Andreas Stummer erklärt, warum Naturschützer die Ausrottung der Kaninchen auf der Macquarieinsel unterstützen

Ein Kaninchen hockt im Gras.
Gut verstecken: Auf der Macquarieinsel werden Kaninchen von Hunden gejagt und mit Gift bekämpft. (Seth J | Flickr | cc-by-sa-2.0)

Die Macquarieinsel im Südpolarmeer ist ein wichtiger Brutplatz für viele Vogelarten, Königspinguine und Seeelefanten. Doch inzwischen ist die Insel fast kahlgefressen und unterhöhlt. Gefräßige Kaninchen haben enorme Schäden im Ökosystem angerichtet.

Es ist ein trauriges Lehrstück über den Eingriff in Ökosysteme. Die Protagonisten sind Katzen und Kaninchen. Beide wurden im 19. Jahrhundert von Menschen auf die Insel gebracht.

Circulus Vitiosus

Weil die Kaninchen die Insel kahlfraßen, rottete man sie fast aus. Daraufhin hatten die Katzen nichts mehr zu fressen und stürzten sich auf Vögel. Als sich deren Bestände dramatisch reduzierten, wurden die Katzen zum Abschuss freigegeben. Je weniger Katzen es gab, desto stärker vermehrten sich die Kaninchen.

Kaninchen-Kampagne

In den vergangenen zehn Jahren haben die Kaninchen große Teile des Ökosystems zerstört. Um die seit 1997 als Weltnaturerbe geschützte Insel zu retten, haben Naturschützer gegen die Tiere mobil gemacht - mit Schnüffelhunden und Gift.

Königspinguine vor Seeelefanten auf Macquarieinsel im Südpolarmeer. Um ihren Lebensraum zu retten, wird auf Kaninchen Jagd gemacht. (flickr.com | ksuyin CC BY-NC-SA 2.0)



Mehr bei DRadio Wissen:

Seekühe: Afrikas Dugongs sterben aus
Jörg Poppendieck über bedrohte Seekühe vor der Küste Mosambiks
(Globus vom 14.08.2012)

Lebensqualität: Der Wert der Natur
Die Wissenschaftlerin Claudia Bieling über den Wert der Natur
(Kultur vom 05.06.2012)

Weitere Informationen:

Macquarie Island Pest Eradication Project
(parks.tas.gov.au)

Bericht über die Jagd auf Kaninchen
(parks.tas.gov.au vom 31.08.2012)

Rabbit hunters head to Macquarie Island
(abc.net.au vom 19.04.2012)

Showdown im Südpazifik
(welt.de vom 13.01.2009)

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