Ökosysteme Landwirtschaft vs. biologische Vielfalt
Der Agrarökologe Teja Tscharntke spricht über das Verhältnis von biologischer Vielfalt und Landwirtschaft.
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- Blühstreifen mit Margeriten und Kornblumen als Ackerrand. (wikipedia.org | Sebastian Wallroth gemeinfrei)
Intensive Landwirtschaft und biologische Vielfalt stehen im Gegensatz zueinander. Müssen sie aber nicht zwingend, zeigen Forschungsergebnisse der Agrarökologie. Der Ansatz der Ökosystemdienstleistungen soll helfen, Intensivierung von Landwirtschaft mit dem Naturschutz vereinbarer zu machen.
Intensive Landwirtschaft geht häufig mit negativen Konsequenzen für die Natur einher. So werden in Monokulturen etwa vermehrt Dünger und Pestizide eingesetzt, die wiederum natürliche Habitate von Tieren und Pflanzen verdrängen. Die Produktion unserer Nahrungsmittel und Energieressourcen steht also in einem Zielkonflikt mit dem Naturschutz: Auf der einen Seite schafft die Intensivierung von Landwirtschaft eine Maximierung von Ökosystemdienstleistungen, also zum Beispiel mehr Nahrung oder Biomasse. Auf der anderen Seite mindert sie die Ökosystemleistungen, etwa durch Verunreinigung von Grundwasser oder die Minderung von Pflanzenbestäubung durch Insekten.
Vielfalt statt Pestiziden
Agrarökosysteme lassen sich aber auch umweltfreundlicher gestalten. Der Erhalt oder die Förderung von Artenvielfalt kann Erträge sogar steigern und den Einsatz von Pestiziden wenn nicht ersetzen, so zumindest mindern. So genannte Blühstreifen am Rande von Äckern, also Flächen mit bunten Pflanzenmischungen, dienen als Lebensraum für Insekten, die wiederum unterstützend bei der Bekämpfung von Schädlingen helfen können.
Ökosystemdienstleistungen im Fokus der Forschung
"Ökosystemdienstleistungen, Biodiversität und die Intensivierung der Landwirtschaft" heißt der Vortrag, den der Agrarökologe Teja Tscharntke am 1. Dezember 2011 im Rahmen der Vorlesungsreihe "Ökosystemleistungen in Kulturlandschaften" der "Nachwuchsgruppe Ökosystemleistungen" gehalten hat. Dieses interdisziplinäre Forschungsprojekt wird von der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, dem Ecological Institut Berlin, dem Öko-Institut e.V. und dem Institut für Landespflege der Universität Freiburg getragen und analysiert wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aspekte der Leistungen von Ökosystemen.
In dieser Reihe wurden folgende Vorträge gesendet:
Ökosysteme: Insekten als Wirtschaftsmacht
"Das Konzept der Ökosystemleistungen im Kontext der europäischen Landnutzung" von Tobias Plieninger und "Ökosystemdienstleistungen zwischen Natur und Gesellschaft – Anforderungen an eine interdisziplinäre Forschung aus Sicht der Sozialwissenschaften" von Christoph Görg.
Ökosysteme: Der Wert der Natur
"Heimat, Inspiration, Erholung – Wie Landschaften auf immaterielle Weise zur Lebensqualität beitragen" von Claudia Bieling und "Ökosystemleistungen und die Beratung der Politik zur globalen Nachhaltigkeit" von Wolfgang Cramer.