Montag, 20. Mai 2013

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Olympia 2020 Die Zukunft des Spitzensports  

Sportler sehnen sich nach Ruhm, Ehre und Anerkennung - aber vor den Erfolg haben die Götter die Schulbank gestellt, zumindest in Deutschland.

Die Olympischen Ringe im Olympiapark von London
Quo vadis, Olympia? Quo vadis, Spitzensport? (Michael Kappeler | dpa)

Für die Sportler von heute geht es jetzt los. Wer 2020 an den Spielen teilnehmen wird, ist heute wahrscheinlich zwischen zwölf und 16 Jahren alt und hat vor allem eines: keine Zeit. Schule bis 16 Uhr, da muss der Sport zurückstehen. Hinzu kommt: Für viele Teenager haben die Olympischen Spiele an Reiz verloren.

Egal ob Leichtathletik, Schwimmen, Rudern oder Beachvolleyball: Wer in acht Jahren eine Medaille von den Olympischen Spielen mit nach Hause bringen will, der kann in den kommenden zwei Wochen viel dafür tun: Indem er sich vom Geist der Olympischen Spiele in London beseelen lässt.

Helden und Vorbilder

Doch wird das den Spielen in London gelingen? Können die Olympioniken noch wahre Helden sein, echte Vorbilder, denen es sich lohnt nachzueifern? Wir wagen einen Blick in die Zukunft und kommen zu ernüchternden Ergebnissen.

 

Warum Schule und Leistungssport unvereinbar sind
Laufbahnberater Horst Schlüter vom Olympiastützpunkt Rheinland über mangelnden Nachwuchs im Spitzensport

Der elfjährige Devin Woitilla hält seinen Körper mit gespreizten Beinen über einem BarrenDen Spagat zwischen Leistungssport und Schule schaffen immer weniger Jugendliche. (dpa | Patrick Pleul)Schule bis 16 Uhr, und dann noch trainieren - täglich. Schüler, die ihren Leistungssport ernst nehmen, haben oft 60-Stunden-Wochen. Dazu kommen noch Hausaufgaben und die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre für Gymnasiasten. Das hat dazu geführt, dass junge Leistungssportler neben der Schule kaum noch Zeit haben. Eine Gefahr für den Olympia-Kader 2020.



Medaillen machen selten reich
Der Journalist Philipp May über den Irrtum, eine Sportlerkarriere würde zum prallen Konto führen.

Die olympischen Medaillen der Spiele von London.Glänzt schön, macht aber nicht wirklich reich: Olympisches Medaillen haben vor allem einen ideellen Wert. (EPA | dpa)Alle Sportler müssen bei den Olympischen Spielen gleich viel Leistung erbringen. Gleich viel Geld bekommen sie deshalb nicht. Auf die Sportdisziplin kommt es an. Nach einer Studie des Bundesinstituts für Sportwissenschaft erhalten Segler rund 4500 Euro brutto im Monat, Bogenschützen nur knapp 500 Euro. Wirklich reich werden die Sportler selten, sagt der Sportjournalist Philipp May.

 

Gehen uns die Helden aus?
Der Sportwissenschaftler Swen Körner erklärt, was ein Idol ausmacht und ob es überhaupt noch welche gibt.

Schwarzweißbild vom Zieleinlauf des 100-Meter-Laufs, Armin Hary berührt mit seiner Brust ein dünnes Band, dass über die Ziellinie gespannt ist.Armin Hary bricht bei den Sommerspielen in Rom 1960 den olympischen Rekord im 100-Meter-Lauf.. (dpa)Armin Hary läuft als erster Mensch die 100 Meter in zehn Sekunden. Mark Spitz räumt sieben Goldmedaillen ab. Ulrike Meyfahrt triumphiert zwei Mal bei Olympia. Sie alle waren olympische Helden, die Menschen inspiriert haben. Aktuell ist ein absoluter deutscher Superstar nicht in Sicht. Robert Harting, Britta Steffen, Florian Hambüchen - alle erfolgreich, aber wirkliche Helden? Bringt Olympia überhaupt noch echte Idole hervor?

 

Hier werden Helden geboren
Andreas Spohr, Redakteur des Jugendmagazins Bravo Sport erklärt, was einen Spitzensportler zum Teenie-Idol macht.

Mario Götze hält zwei kleine goldene Statuen in die HöheMario Götze 2011 mit seinen beiden goldenen Ottos, verliehen von der Bravo Sport. (Kevin Kurek | dpa)Olympische Spiele finden die jungen Leser der Bravo Sport nur mäßig interessant. Null Bock auf Leichtathletik und Schwimmen. Was zählt sind Fußball, Formel 1 und Basketball. Trotzdem gibt es Olympia-Sportler mit Starpotenzial, wie den Sprinter Usain Bolt oder LeBron James vom Basketball-Dreamteam der USA.



Mehr bei DRadio Wissen:

Olympia 2012 - Olympia im Social Web
Die Olympischen Spiele in London finden auch in den sozialen Medien statt - Sportler und Veranstalter twittern und posten, was das Zeug hält.
(Agenda vom 27.07.2012)

Olympische Spiele - Standhochsprung und Schafescheren
Es gibt Sportarten, die gibt es gar nicht. Oder doch? Schafescheren zum Beispiel, das hat der neuseeländische Verband doch tatsächlich als Sportart für die olympischen Spiele vorgeschlagen - in der Neuzeit übrigens.
(Spielraum vom 27.07.2012)

Olympische Spiele - Gold und Gloria
Hans-Gerd Schütt fährt zu den Olympischen Spielen nach London - allerdings nicht als Zuschauer, sondern als Pfarrer der katholischen Kirche.
(Redaktionskonferenz vom 24.07.2012)

Jamaika auf Speed
Warum der Karibikstaat die schnellste Insel der Welt ist.
(Globus vom 20.07.2012)

London im Ausnahmezustand
Am 27. Juli 2012 beginnen in London die Sportwettkämpfe.
(Globus vom 20.07.2012)

Olympias vergessene Sportarten
Gerd Michalek über Disziplinen wie Tauziehen, Keulenschwingen oder Dichten.
(Spielraum vom 26.06.2012)

Weitere Informationen:

Olympische Momente
Über die Helden vergangener Olympiaden
(Serie auf Spiegel Online)

Fördersystem des deutschen Sports
Was passiert mit den 130 Millionen Euro des Bundes?
(sueddeutsche.de vom 25.07.2012)

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