Mittwoch, 19. Juni 2013

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Olympische Spiele Standhochsprung und Schafescheren  

Anita Horn über exotische Sportarten bei den Olympischen Spielen

Mit hakeligen Beine und in die Luft gereckten Armen überspringt Ray Ewry eine Hochsprunglatte.
Der US-Amerikaner Ray Ewry gewinnt 1908 die Goldmedaille im Standhochsprung. (dpa | Empics)

Es gibt Sportarten, die gibt es gar nicht. Oder doch? Schafescheren zum Beispiel, das hat der neuseeländische Verband doch tatsächlich als Sportart für die olympischen Spiele vorgeschlagen - in der Neuzeit übrigens.

Seit 1896 gibt es sie wieder: die olympischen Spiele. Ins Leben gerufen wurden sie in der Antike von den alten Griechen. Nach der Machtübernahme der Römer und unter den römischen Kaisern Theodosius I und II. erlebten sie im 4. Jahrhundert nach Christus ihren Niedergang. Erst dem Franzosen Pierre de Coubertin gelang es, die Idee der Olympischen Spiele wiederzubeleben.Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden übrigens in Athen statt.

Kunstwettbewerbe und Tauziehen

Schwarzweiß-Foto vom Tauziehen: Londons legendäre Polizisten, die "Bobbies" (vorn), haben den richtigen Zug am Leibe und lassen den Kontrahenten im olympischen Tauziehen 1920 in Antwerpen keine Siegeschance.Von 1900 bis 1920 war Tauziehen eine olympische Disziplin. (dpa)Seitdem hat sich nicht nur die Zahl der Teilnehmer vervielfacht, auch die Sportarten ändern sich. 100 olympische Disziplinen gehören mittlerweile der Vergangenheit an. Bis 1948 wurden bei den Olympischen Spielen - in Anlehnung an die Olympischen Spiele der Antike - auch Kunstwettbewerbe ausgetragen. Malerei, Lyrik oder Architektur wurden damals mit Medaillen ausgezeichnet.

 Von 1900 bis 1920 zählte Tauziehen zu den olympischen Disziplinen. Und fast im gleichen Zeitraum gab es die Sportarten Standweitsprung und Standhochsprung. Olympiasieger im Standweitsprung wurde damals der US-Amerikaner Ray Ewry, er schaffte 3,47 Meter aus dem Stand.

Kein Schafescheren, kein Sackhüpfen

Zwei Hände halten ein Schaf fest. Es wird geschoren und liegt dabei auf dem Boden. DRadio-Wissen-Autorin Anita Horn prüft das Schafescheren als olympische Disziplin. (Anita Horn) Ein Mann hüpft sehr hoch in einem Sack. Sackhüpfen hat es nie zur olympischen Disziplin geschafft. (manic Street Preacher | flickr | cc-by-nc-sa)

Das Internationale Olympische Komitee entscheidet, ob eine Sportart olympisch ist oder nicht. Daran scheiterten kürzlich die Neuseeländer, die das Schafescheren als olympische Disziplin vorgeschlagen hatten. Da bleibt nur der Trost, dass 1904 das Sackhüpfen auch nicht zur Sportart bei Olympischen Spielen taugte.



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