Samstag, 25. Mai 2013

Medien /

Online-Glücksspiele Pech gehabt  

Jürgen Kuri erklärt den Sonderweg Schleswig-Holsteins in Sachen Online-Sportwetten und Poker.

Geldspielautomat - neueste Generation
Geldspielautomat - neueste Generation (picture alliance / dpa - Jens Wolf)

Schleswig-Holstein gilt wegen des liberalen Glücksspiel-Gesetzes als Las Vegas des Nordens - dank der abgewählten schwarz-gelben Regierung. Die neue Koalition aus SPD, Grünen und SSW will das Gesetz nun kippen.

Bisher hat die Landesregierung in Kiel in Sachen Glücksspiele einen Sonderweg eingeschlagen: Sie ist dem Glückspielstaatsvertrag des Bundes nicht beigetreten. Das hatte zur Folge, dass im Norden eine liberalere Gesetzgebung für Sportwetten und Poker herrschte. Es steht der Vorwurf im Raum, dass Schleswig-Holstein einen legalen Anker für illegale Gelder gelegt hätte.

Mehreinnahmen durch Lizenzen

Noch unter der schwarz-gelben Regierung wurden staatliche Lizenzen für Online-Sportwetten vergeben - in unbegrenzter Anzahl. Das Argument dafür: So würden neue Arbeitsplätze geschaffen und die Lizenzen würden dem Land jährlich Einnahmen in Höhe von 60 Millionen Euro bescheren. Die neue Koalition aus SPD, Grünen und SSW will das Gesetz nun wieder kippen.

Sie möchte dem Glücksspielstaatsvertrag der übrigen Bundesländer beitreten. Im Dezember hatten sich die Ministerpräsidenten der übrigen Länder in einem Staatsvertrag darauf geeinigt, dass private Unternehmen in Deutschland Sportwetten anbieten dürfen. Das Abkommen sieht aber maximal 20 Lizenzen vor. 

EU-Kritik am Glücksspielstaatsvertrag

Die EU-Kommission hatte im März den neuen Staatsvertrag kritisiert und wies die Bundesländer darauf hin, dass ein Mitgliedsstaat der EU belastbare Beweise vorbringen muss, wenn er eine Beschränkung einer Dienstleistung durchsetzen will. Die Bundesländer hätten nicht überzeugend dargelegt, dass Online-Poker und Kasino-Spiele besonders süchtig machten und der Geldwäsche dienen könnten.



Mehr bei DRadio Wissen:

Fußball - 90 Minuten wie geschmiert
Irreguläre Elfmeter, absichtlich verlorene Fußballspiele, Beruhigungsmittel im Wasser am Spielfeldrand.
(Agenda vom 08.06.2012)

Mehr zum Thema:

Glücksspielstaatsvertrag - "Legaler Anker für illegale Gelder"
(faz.net vom 25.07.2012)

Schleswig-Holstein macht Kehrtwende bei Online-Glücksspielen
(Heise.de vom 25.07.2012)

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Medien

Ein Kameramann blickt durch den Sucher seiner Kamera.

Youtube-SitcomAus Berlin ins Netz

Eine selbstgebastelte Youtube-Sitcom, die sehr professionell ausssieht.

Mehr …

Smartwatches auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin 2012.

SmartwatchesInternet am Handgelenk

Uhren, die Verbindungen zum Smartphone aufnehmen können, werden immer beliebter.

Mehr …

Fotografen fotografieren die neue XBox One.

KonsoleAllrounder XBox One

Die neue Box wirkt eher wie ein Entertainment-Center.

Mehr …

Zwei Glasaugen, die leicht schielen.

GadgetSmartphone-Brille zum Ausdrucken

Ein Bonner Informatiker hat sich seine eigene 3D-Spiele-Brille gebaut.

Mehr …

Die Jury von DSDS

FernsehenGoodbye DVB-T

Bald gibt es kein "DSDS" mehr über DVB-T.

Mehr …

Autoschlüssel liegen auf einer Landkarte neben einem Smartphone.

TeilenCarsharing mit Privatautos

Wer sein Auto selten nutzt, kann sich mit digitalem Carsharing etwas dazuverdienen.

Mehr …