Online-Medien Presseschau à la Süddeutsche
Webschau mit Thomas Reintjes
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- Stefan Plöchinger ist der Chefredakteur von sueddeutsche.de. (Grimme Online Award | flickr.com | CC BY-NC-SA 2.0)
Das Medienhaus präsentiert seinen Usern das "relevant set" der Redaktion.
Beim Deutschlandfunk hören Sie jeden Morgen die Presseschau. Die stärksten Meinungsartikel aus deutschen Zeitungen werden von Redakteuren zusammengestellt. Eine neuartige Presseschau bietet jetzt Süddeutsche.de an - zusammengestellt von einem Computerprogramm. Das Medienhaus spricht von einer Facebook-Twitter-Presseschau. Das Programm überprüft, welche Artikel bei Facebook und Twitter am häufigsten gepostet werden.
Netz-Schau ohne Blogs
Auf der Seite sz.de/leserempfehlen lässt sich nachsehen, welche Artikel gerade am beliebtesten sind. Der User kann sich also relativ schnell einen Überblick verschaffen, wo es interessanten Lesestoff geben könnte. Allerdings ist die Auswahl eingeschränkt. Sie umfasst die großen deutsch- und englischsprachigen Onlinemedien: Süddeutsche, New York Times, Spiegel Online, Guardian, Zeit Online, Washington Post, FAZ, BBC, TAZ, Welt Online, FTD, Handelsblatt, derStandard.at, NZZ.
Viele Blogs und andere große Digitalmedien fehlen. Chefredakteur Stefan Plöchinger begründet die Auswahl auf Onlinejournalismus.de und spricht vom "relevant set" der Redaktion. Grundsätzlich sei aber denkbar, noch einmal nachzujustieren.
Viel Wert auf Verlinkungen
Ein zweiter Kritikpunkt: Facebook- und Twitter-Verlinkungen werde sehr viel Wert beigemessen, wie das Blog Netzrefelexion schreibt. Außerdem lässt sich nicht herausfinden, wer die Links gepostet hat und ob die Artikel verlinkt wurden, weil sie besonders gut oder besonders schlecht gewesen sind oder weil sich jemand drüber aufgeregt hat. Klar ist nur: Es handelt sich um Artikel, die Aufmerksamkeit erregt haben. Wie das Ganze technisch funktioniert, hat Chefredakteur Stefan Plöchinger auf Onlinejournalismus.de erklärt.
"Netz lebt vom Empfehlen toller Texte"
Interessant ist, dass nicht nur eine Rangliste, sondern auch absolute Zahlen veröffentlicht werden. Hinter jeder Überschrift ist nachzulesen, wie oft der Artikel geteilt wurde. Blogger Alexander Becker hat errechnet, dass Artikel von Spiegel und Taz in den letzten Wochen am häufigsten geteilt wurden, bei Handelsblatt und FTD am Ende der Statistik sind die Werte viel kleiner.
Sorgen, User mit dem Dienst an das Angebot anderer Medienhäuser zu verlieren macht sich Plochinger übrigens nicht: "Das Netz und damit auch wir als Seite leben vom Verlinken und Verlinktwerden, vom Empfehlen toller Texte."