Palästina Coming-out mit Folgen
Dominik Bretsch hat mit homosexuellen Palästinensern gesprochen.
Schwule Palästinenser flüchten nach Israel - und manche nehmen für die sexuelle Selbstbestimmung auch ein Leben auf der Straße in Kauf.
Israel gilt in Sachen Gleichberechtigung von Homosexuellen als vorbildlich im Nahen Osten. Deswegen flüchten auch homosexuelle Palästinenser aus den besetzten Gebieten nach Israel, weil sie von ihren Familien verfolgt und mit dem Tode bedroht werden.
Hilfe für schwule Palästinenser
Doch Ruhe finden sie in Israel nicht: Sie leben illegal auf der Straße, fürchten Polizei und Geheimdienst, die sie als Spitzel anheuern wollen. Die Streetworker der Organisation "Aguda" kümmern sich um die schwulen Palästinenser und versuchen, ihnen eine Aufenthaltsgenehmigung, Arbeit und einen Schlafplatz zu organisieren.
Familienehre erlaubt keine Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben
Auch bei den zwanzig Prozent palästinensischen Israelis, also Palästinenser, die mit ihren Familien in Israel leben und einen israelischen Pass haben, ist Homosexualität geächtet: Die Familienehre lässt keine Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben zu. Die "Palestinian Queer Party", die einmal im Monat im Tel Aviver Club Comfort 13 stattfindet, ist deswegen eine absolute Ausnahme - und für schwule Palästinenser einer der wenigen Orte, an denen sie sich frei und unbeobachtet fühlen können.