Palästina Theatertherapie in Nahost
Mounia Meiborg über ein Kunstprojekt im Westjordanland
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- Das Freedom Theatre will mit seinen Aufführungen helfen, starre Sozialstrukturen aufzulockern. (Sarah Tuck)
Das Freedom Theatre, Teil eines Kunstprojektes aus dem Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland, will die versteinerten Sozialstrukturen der palästinensischen Gesellschaft aufbrechen.
Im Westjordanland werden Theaterkonventionen umgedreht: Die Zuschauer erzählen, die Schauspieler hören zu und spielen die Geschichten nach. Mit diesen "Playback-Performances" tourt das Freedom-Theatre aus dem Flüchtlingslager Jenin gerade durch die besetzten Gebiete. Es geht um Wasserprobleme in Faqua, jüdische Siedler in Hebron und Angriffe israelischer Soldaten. Und vor allem geht es darum, Geschichten zu erzählen, die sonst keiner hören will.
Aufklärung über das eigene Volk
Diese Form von Drama-Therapie, entwickelt in den 70er Jahren, soll die Zuschauer dazu bringen, neu über das Erlebte nachzudenken. In den palästinensischen Gebieten hat sie noch eine andere Funktion: Die Tour des Freedom-Theatres will nicht nur Therapie für den Einzelnen sein, sondern für die ganze Gesellschaft. Das Freedom Theatre im Flüchtlingslager Jenin wurde im Jahr 2006 vom israelisch-palästinensischen Schauspieler Juliano Mer-Khamis gegründet. Er holte Kinder und Jugendliche auf die Bühne und ließ sie ihre Geschichten erzählen. Vor einem Jahr (04.04.11) wurde Mer-Khamis vor dem Theater erschossen, der Täter ist bis heute unbekannt.