Sonntag, 26. Mai 2013

Meine Zukunft /

Pflege Waschen Sie doch hier noch etwas  

Daniela Siebert hat mit betroffenen Pflegekräften über sexuelle Belästigung gesprochen

Ein Pfleger massiert in einem Seniorenzentrum in Stuttgart die Hand einer alten Frau.
Intimpflege im Altersheim ist häufig ein Tabu. (AP)

Pflegekräfte sind während der Pflege teils sexueller Belästigung ausgesetzt, sei es durch obszöne Sprüche oder auch durch konkrete Wünsche nach sexueller Befriedigung.

In Internetforen, in denen sich Pflegekräfte austauschen, sind auch sexuelle Übergriffe ein Thema, das jedoch häufig anonym diskutiert wird. In der Ausbildung zum Pfleger spielt die Sexualität alter Menschen keine Rolle.

Scham und Selbstzweifel

So werden zum Beispiel Pflegeschülerinnen nicht darauf vorbereitet, wenn ein alter Mann in ihrem Beisein onaniert. Aber auch Grabschen, Gaffen, obszöne Sprüche oder offensive Wünsche nach sexueller Befriedigung bei der Intimpflege sind Formen von sexueller Belästigung, denen Pflegepersonal im Alltag immer wieder ausgesetzt ist.

Viele reagieren mit Scham und Selbstzweifeln auf solche Übergriffe. "Ich schämte mich auch für mich selber. Ich habe gedacht, das liegt an mir. Vielleicht bin ich zu nett zu dem Patienten gewesen oder zuvorkommend. Also dass ich selber nicht die richtige Distanz gewahrt hätte", erinnert sich eine Betroffene.

Es fehlt an speziellem Training

Obwohl solche Vorkommnisse viele Krankenschwestern sowie Altenpfleger belasten, ist sexuelle Belästigung bislang ein Tabu. Mittlerweile haben die Alzheimer Gesellschaft und das Kuratorium Deutsche Altershilfe jedoch reagiert: Sie bieten spezielle Trainings für Pflegepersonal an, um sexuelle Belästigung zu erkennen und zu reagieren.

Auch Roscha Schmidt, Qualitätsmanagerin bei der Caritas Altenhilfe in Berlin, versucht das Thema aus der Tabuzone herauszuholen. "Bei uns ist eine sehr wichtige Möglichkeit, eine gemeinsame Fallbesprechung durchzuführen und zwar begleitet von erfahrenen Experten", so Schmidt.



Mehr auf DRadio Wissen:

Pflegewissenschaften
Die Pflege in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Der demografische Wandel und die immer knapper werdenden finanziellen Mittel zwingen sie dazu, effektiver zu werden.
(Mein Studium vom 22.01.2012)

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Mein Studium Übersicht

Viele Studenten sitzen in den Rängen eines Hörsaals.

HochschuleAlle Studiengänge von A bis Z

Von Afrikawissenschaften bis Zukunftsforschung.

Mehr …

Meine Zukunft

Junge Menschen malen gemeinsam Bilder.

Service LearningMehr Praxis an die Hochschule

Gutes tun im Praxisseminar und damit Leistungspunkte erwerben - das ist Service Learning.

Mehr …

Ein Schild weist auf den Eingang zum Jobcenter hin.

Mein StudiumAbbrecher auf Jobsuche

Das Studium war nichts? Dann muss schnell ein Job her!

Mehr …

Durch heftiges Kratzen an einem Koffer zeigt der "Artenschutzspürhund" Uno des Zolls auf dem Flughafen von Frankfurt am Main einen Fund an.

ArtenschutzEine Nase für 5000 Gerüche

Eine Hundenase ist der große Trumpf im Kampf gegen den illegalen Handel mit Tieren.

Mehr …

Rechnen ohne Taschenrechner auf einem Blatt Papier

Mein StudiumAusbildung statt Uni

Tausche Maschinenbau-Studium gegen Metallbauer-Lehre.

Mehr …

Ein Mann joggt an der Alster entlang.

MotivationBlitzeranlage für Jogger

Blitzer messen in Hamburg Jogger, damit die sich verbessern.

Mehr …