Mittwoch, 22. Mai 2013

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Pharmazie Das Geschäft mit gefälschten Medikamenten  

Über die Risiken von falscher Medizin - und mit welchen Schutzmaßnahmen sie bekämpft werden soll.

Viele grüne Pillen in einer Reihe, dazwischen ist eine rote Pille. Es sind kleine Süßigkeiten.
Diese Pillen sehen zwar wie Medizin aus, sind es aber nicht. Es sind lediglich... (Ian Hayhurst | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Für den Verbraucher sind Original und Fälschung oft nicht zu unterscheiden: Die Zeiten nämlich, in denen die Verpackungen mangelhaft oder die Beipackzettel in einem schlechten Deutsch verfasst waren, sind vorbei. Falsche Medikamente - wie beispielsweise Viagra-Fälschungen - werden oft über Internetshops vertrieben. 10,5 Milliarden Euro Umsatz machen die Medikamentenfälscher damit allein in Europa jedes Jahr.

Für kriminelle Fälscherbanden ist es ein Milliardengeschäft, für Verbraucher kann der Konsum illegaler Medikamente im schlimmsten Fall tödlich enden. Aber auch wenn es nicht so dramatisch enden muss - die Verwendung gefälschter Arzneimittel ist mit einem hohen Risiko behaftet. Vor allem Lifestyle-Produkte oder Potenz- und Schlankheitsmittel zeigen oft nicht die gewünschte Wirkung.

Keine Medizin im Netz kaufen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn ist verantwortlich für die Zulassung von Medikamenten in Deutschland. Die Gesundheitsbehörde warnt davor, Medikamente im Internet zu kaufen, weil gefälschte Präparate zu langfristigen und irreparablen Gesundheitsschäden führen können. Beispielsweise sei ein Produkt sichergestellt worden, dem gelbe Straßenfarbe beigemischt worden sei, um das Aussehen des Originals nachzuempfinden. 

 

Der Markt der falschen Medizin
"Verlässliche Zahlen über den Markt der Medikamentenfäschungen sind nicht bekannt" sagt der  Chemiker Christian Wagner-Ahlfs.

Vier weiße Pillen liegen nebeneinander auf dem Tisch, es sind Süßigkeiten....ein paar weiße Süßigkeiten... (Brice Foto | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)Unterschieden werden müsse zwischen dem gut kontrollierten europäischen Markt und dem sehr schlecht überwachten weltweiten Geschäft mit gefälschten Medikamenten. Der Chemiker Christian Wagner-Ahlfs über den Unterschied zwischen Fälschungen und Generika, die Rolle so genannter Sub-Standard-Medikamente sowie die Interessen der Pharma-Industrie.

 

 

Medikamente, die nur vorgeben, welche zu sein
Der Wissenschaftsjournalist Lars Westermann über den globalen Kampf gegen gefälschte Medikamente.

Auf einer grünen Fläche liegen rote Süßigkeiten nebeneinander....viele rote süße Drops... (Mykl Roventine | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)In Deutschland sind gefälschte Medikamente selten: Das Risiko liegt bei unter einem Prozent, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In Afrika, Asien und Südamerika ist das anders: Bis zu 30 Prozent der Medikamente seien Fälschungen ohne oder gar mit schädlicher Wirkung. Lars Westermann erklärt, wie Medikamente auf dem globalen Markt geschützt werden.

 

 

Wie funktioniert Medikamentenfälschung?
Der Chemiker Axel Thiele vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM ) über die Herstellung gefälschter Medikamente.

Auf einem Haufen liegen viele weiße Pillen, es sind Süßigkeiten....viele weiße Minz-Bonbons... (stee | Flickr | CC BY-SA 2.0)Mit Hilfe einfacher Medikamentenpressen werden Fälschungen hergestellt, die über das Internet in deutschen Haushalten landen. Die meisten Fälschungen enthalten zwar keine giftigen Substanzen, haben aber nicht den Inhalt, den die Verpackung verspricht. Der Chemiker Axel Thiele vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM warnt vor Internet-Einkäufen.

 

Gefälschte Medikamente können lebensgefährlich sein
In gefälschten Medikamenten ist "nicht nur kein Wirkstoff, sondern Dinge, die da absolut nicht hineingehören", sagt Wissenschaftsjournalist Hellmuth Nordwig.

Eine echte blaue Pille liegt auf rosafarbenen Pillen, die allesamt nur Süßigkeiten sind....pinkes Naschwerk - und eine echte, blaue, medizinisch brauchbare Pille. (seadigs | Flickr | CC BY-NC 2.0)Der Zoll hat 2010 etwa zehn Millionen Tabletten beschlagnahmt. Sechs Jahre zuvor waren es lediglich eine halbe Million. Rund 50 Prozent der im Internet bestellten Medikamente sind gefälscht - vor allem, wenn es sich um Potenzmittel, Schlankmacher, aber auch Antibiotika, blutdrucksenkende Mittel oder Aids-Präparate handelt. Im Extremfall können sie lebensgefährlich sein, warnt der Wissenschaftsjournalist Hellmuth Nordwig.

 

Dieses Gespräch ist eine Wiederholung vom 07.10.2011.



Mehr bei DRadio Wissen:

Doktorspielchen
Medikament und Interesse: Wie sich der Einfluss der Pharmaindustrie auf Ärzte begrenzen lässt.
(Tagesthema vom 13.09.2011)

Vorsicht Schnäppchen!
Günstige Arzneimittel gibt es im Internet. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn die Versandapotheke im Ausland operiert.
(Medien vom 27.07.2010)

Ärzte im Konflikt
Wenn der Pharma-Vertreter kommt: Ärzte wehren sich gegen die Vereinnahmung durch die Industrie.
(Kultur vom 13.07.2011)

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Beste Methode gegen Fälschungen

    Guten Tag Als Chemiker, finde ich dies empörend, dass man verantwortungslos irgendwelche Gifte in den Verkehr bringt. Leider fallen viele Menschen darauf ein, auch bei Medikamenten billig einzukaufen. Um dies zu präventiveren, sehe ich hier einfache aber sehr effektive Verwendung sogenannter Hologramm-Verpackungen für sehr sinnvoll. Durch Hologramme kann man also ein Produkt sowohl aufwerten als auch schützen. Ein Geschäftsbereich von uns bietet diese Möglichkeiten an: www.holography.ch / info@holography.ch Vielen Dank für Kontaktaufnahme. Dr. Sohrab Kheradmandan, Geschäftsführer

    Sokhe248 16.07.2012 16:23 Uhr

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