Samstag, 25. Mai 2013

Natur /

Pharmazie Geheimsache Pillentests  

Der Wissenschaftsjournalist Thomas Liesen über Schönfärberei in der Pharmaforschung

Das Bild zeigt einen Mann, der in jeder Hand eine Pille hält und sie in die Kamera streckt.
Welche Pille verursacht welche Nebenwirkungen? Das ist nicht immer klar. (Cayusa | flickr | CC BY-NC 2.0)

Pharmaforscher verschleiern teilweise gezielt ihre Studienergebnisse, sie optimieren die Statistik und vertuschen so Wirksamkeit und Nebenwirkungen von neuen Medikamenten, um die Ergebnisse zu schönen.

Es ist ein häufig angewandter Trick in der Pharmaforschung: Nur die Ergebnisse werden veröffentlicht, die das betreffende Mittel gut aussehen lassen. Studienergebnisse, die gegen das Medikament sprechen, bleiben dagegen in der Schublade. Die Folge: Die Wirkung von Medikamenten wird überschätzt, Nebenwirkungen unterschätzt.

Ethische Lücken

Beate Wieseler vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen weist angesichts dessen auf das lückenhafte ethische Bewusstsein der Forscher hin. Deren Vorgehen widerspreche den ethischen Anforderungen an klinische Studien, so Wieseler: "Es ist sicherlich auch ein Missbrauch von Patienten, die in Studien gehen, um einen Wissenszuwachs zu ermöglichen." 

Mitarbeiter der Cochrane-Kollaboration, eines weltweit anerkannten wissenschaftlichen Dienstes, der Arzneimittel und Therapien überprüft, verweisen darauf, dass die Ergebnisse von mehr als 60 Prozent der in den Studien behandelten Patienten hinterher gar nicht publiziert würden.

Datenfluss zwischen Zulassungsbehörden und Ärzten mangelhaft

Ein weiteres Problem besteht darin, dass nicht alle Daten, über die die Medikamenten-Zulassungsbehörden verfügen, immer an die Ärzte weitergegeben werden. Die Ärzte sind es aber, die über die Vergabe von Medikamenten an Patienten entscheiden - und somit über die Vergabe von möglicherweise unzuverlässigen Mitteln. Wissenschaftsjournalist Thomas Liesen berichtet im Gespräch aus den Dunkelzonen der Pharmaforschung.

 

Das komplette Feature hören Sie auf der Seite vom Deutschlandfunk.



Mehr bei DRadio Wissen:

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(Kultur vom 13.07.2011)

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