Physik Das seltsamste aller Elementarteilchen
Frank Grotelüschen erklärt, was das Neutrino mit dem Urknall zu tun haben könnte.
Neutrinos sind Elementarteilchen, die Physikern nach wie vor Rätsel aufgeben: Sie sind flüchtig wie Geister, reagieren kaum mit Materie und bringen praktisch keine Masse auf die Waage. Die neuesten Erkenntnisse werden derzeit auf der Tagung "Neutrino 2012" in Kyoto diskutiert.
Aller guten Dinge sind drei. So will es der Volksmund. Und so will es auch die Teilchenphysik - zumindest wenn es um das Neutrino geht, das seltsamste aller Elementarteilchen. Denn es gibt genau drei Sorten von Neutrinos. Und diese drei Sorten können sich - wie man seit Ende der 90er-Jahre weiß - ineinander umwandeln, und zwar im Fluge.
Neutrino-Oszillationen heißt das Phänomen, und die Fachleute haben es in den letzten Jahren im Detail untersucht. Das jüngste Ergebnis kommt nun aus China, von einem Experiment namens Daya Bay, benannt nach einem Kernkraftwerk.
Verwandlungsmeister
Indizien dafür hatte es zwar schon bei anderen Experimenten gegeben, in Japan, Frankreich und den USA. Doch erst die Resultate von Daya Bay dürften als definitiver Beweis gelten. Damit nun ist die letzte von drei Arten der Verwandlung entdeckt. Das Erstaunliche: Es verwandeln sich mehr Neutrinos als erwartet, sagt Caren Hagner, Physikerin an der Universität Hamburg.
Das Manuskript des Beitrags können Sie im Online-Angebot der DLF-Sendung "Forschung Aktuell" nachlesen.