Mittwoch, 22. Mai 2013

Hörsaal /

Physik Vom Wunderschalter zum Supraleiter  

Der zweimalige Nobelpreisträger John Bardeen spricht über "Recent Developments in Superconductivity".

Nobelpreisträger John Bardeen, William Shockley und Walter Brittain (v.l.n.r.) führen den Punktkontakttransistor 1947 in den Bell-Laboratorien vor.
John Bardeen mit seinen Kollegen William Shockley und Walter Brittain: Ihre Entdeckungen haben die Welt revolutioniert. (picture-alliance / dpa | Siemens)

Seine Nachbarn kannten ihn vor allem als einen freundlichen Mann, der immer wieder zu Grillpartys einlud. Dass der amerikanische Physiker John Bardeen zugleich ein Genie war, der das Leben eines jeden einzelnen von uns mitgeprägt hat, wussten viele nicht.

Seine Entdeckungen haben die Welt revolutioniert: Im Jahr 1947 konstruierte John Bardeen zusammen mit seinen Kollegen William Shockley und Walter Brattain den ersten Bipolartransistor. Der löste eine atemberaubende Entwicklung in der Elektroindustrie aus, vor allem weil er so klein war: Handys, Computer, ferngesteuerte Raketen, nichts davon gäbe es ohne diesen winzigen Wunderschalter. Für ihre Entdeckung erhielten Bardeen und seine Kollegen 1956 den Nobelpreis für Physik.

Zweifacher Nobelpreisträger

Als John Bardeen 1962 seinen Vortrag "Recent Developments in Superconductivity" in Lindau hielt, ahnte er noch nicht, dass er zehn Jahre später noch einmal bei der feierlichen Verleihung in Stockholm dabei sein sollte - als einziger, der jemals zwei Nobelpreise für Physik bekommen hat. Beim zweiten Mal wurde er für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Supraleiter-Forschung ausgezeichnet.

(Logo: Meeting of Nobel Laureates Lindau)

 



Weitere Vorträge aus der Reihe "Nobelpreisträgertreffen der 1960er Jahre":

Chemie: Kampf dem Ungeziefer
Paul Müller spricht über "Die Entwicklung der Schädlingsbekämpfung seit der Einführung des DDT-Insektizides". Paul Müller entdeckte, dass Dichlordiphenyltrichlorethan, kurz DDT, ein hochwirksames Insektengift ist. Als ihm 1948 der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde, war das eine kleine Sensation: Denn Müller war nicht Mediziner sondern Chemiker. Nie zuvor hatte ein Nichtmediziner diesen Preis bekommen.
(Hörsaal)

Trans-Urane: Zur Geschichte eines wissenschaftlichen Irrtums
Wissenschaftlicher Fortschritt ist nicht linear. Jahrzehntelang kommen Forscher nicht weiter, dann plötzlich überschlagen sich die Entdeckungen und innerhalb von nur wenigen Wochen oder Monaten werden ganze Theorien revolutioniert. Der Chemiker Otto Hahn über den wissenschaftlichen Irrtum.
(Hörsaal)

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