Pilze Geniale Geflechte
Entrinnen unmöglich - Pilze sind immer und überall
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- Fast unwirklich: Myzel des Austernpilzes in Nahaufnahme. (Tobi Kellner | Wiki Commons cc by sa 3.0)
Es gibt Hutpilze im Wald, Hefepilze im Teig oder Fußpilze zwischen den Zehen. Kaum eine Lebensform ist so vielfältig: Sie tauchen überall auf, von der Antarktis bis zur Sahara, Pilze sind Nahrungsmittel, Sporen können aber auch aber auch Infektionen auslösen, an denen jährlich bis zu 1,5 Millionen Menschen sterben. Etwa 60.000 Arten sind erforscht. Experten gehen davon aus, dass es mehr als eine Million verschiedene Pilze gibt.
Weder Pflanze noch Tier
Wissenschaftsjournalist Michael Lange ordnet Pilze ein
Flechten sind eine Symbiose aus Pflanzen und Pilzen. (AP)Ursprünglich hielt man den Pilz für eine Pflanze. Doch je mehr Forscher über diesen Organismus herausfanden, desto mehr Indizien gab es, dass Pilze weder zur Flora noch zur Fauna gehören. Heute bilden sie ein eigenes Reich. Dabei sind Pilze sehr wandelbar: Im Wald etwa bilden sie Symbiosen mit Pflanzen. Sie leben aber auch als Parasit oder als Einzeller.
Angriff auf Leber und Nieren
Toxikologe Florian Eyer über Vergiftungen und Organversagen nach Pilzgenuss
Der Fliegenpilz ist der wohl bekannteste giftige Pilz. (Malik_Braun|flickr|cc-by-nc-sa 2.0)Für die Medizin können Pilze nützlich sein, aus ihnen gewinnt man Medikamente wie Penicillin. Andere Pilze hingegen sind giftig. Wer versehentlich einen giftigen Pilz isst, riskiert unter Umständen Organversagen. Im Notfall muss man schnell handeln. Gefährlich seien aber auch halluzinogene Pilze, da könne sogar eine Nierentransplantation nötig werden, sagt Toxikologe Florian Eyer.
Tödliches Geflecht
Mikrobiologe Axel A. Brakhage über die Gefahr von Pilzinfektionen
Aspergillus-Sporen in mikroskopischer Aufnahme auf einer Tomate. (Multimotyl | Wiki Commons | cc by sa 3.0)Im Windschatten von tödlichen Viren und Bakterien fristen gesundheitsschädliche Pilzarten ein gefährliches Schattendasein. Bis zu 1,5 Millionen Menschen sterben jährlich durch eine Pilzinfektion. Gelangen etwa die fadenförmigen Zellen der Pilzgattungen Pneumocystis oder Aspergillus in das Gewebe von Lunge oder Hirnhaut, können lebensbedrohliche Entzündungsreaktionen die Folge sein.
Aus Pilz mach Geschmack
Lebensmittelchemiker Ralf Günter Berger über die Aroma-Herstellung mit Hilfe von Pilzkulturen
Hier ist der Schimmel willkommen: Im Käse (homo_sapiens | flickr | cc by nc 2.0)Zellkulturen aus Pilzen finden breite Anwendung in der Lebensmittelchemie. In Nährstofftanks kultiviert, produzieren Pilze unterschiedliche Aromastoffe, die von fruchtig über blumig bis hin zu schokoladig reichen. Unabhängig von der Jahreszeit liefern Pilze auch den Erdbeergeschmack für den Joghurt im Kühlregal.