Polen Schafe hüten im Schatten der EU
Mirko Schwanitz über einen Schäfer, der erfolgreich EU-Regularien trotzt
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- Schafe in den Beskiden (bartdubelaar | Flickr | cc-by-sa-2.0)
Der Beskidenschäfer Andrzej Poprawski zieht mit den Herden anderer durchs Gebirge, ohne dass ihn Grenzen interessieren. Den Käse, den er nebenbei herstellt, wollte die EU verbieten.
Mit den Schafen zieht er durch die Beskiden, die Landschaft im Dreiländereck zwischen Polen, der Ukraine und der Slowakei. "Mein Großvater war schon Beskidenschäfer, mein Vater und nun bin ich an der Reihe", erklärt Andrzej Poprawski. "Das Leben ist schwer und die Schafe gehören nicht mir, sondern reichen Bauern.“ Auch acht Jahre nach dem EU-Beitritt Polens spürt Andrzej keine Verbesserungen.
Käsefeind EU
500 Schafe gehören zu seiner Herde. Aus der Milch stellt Andrzej Poprawski Redykolka-Käse her - nach einem hundert Jahre alten Rezept. Dieser Käse hatte einen mächtigen Gegner: die EU. Die wollte ihn nämlich verbieten, erinnert sich Andrzej:
"Alles muss sauber sein. Auch diese Eimer für das Melken der Schafe. Und dann kommt diese EU und will unseren Käse verbieten, angeblich, weil die hygienischen Bedingungen der Herstellung irgendwelchen Normen nicht entsprechen."
Kein Schweinegeld
Pro Saison verdient der Schäfer umgerechnet 1350 Euro mit dem Käse, von den Besitzern der Schafe bekommt er zum Lohn ein Schwein. Es waren die Tourismus- und Bauernverbände, die den Redykolka-Käse vor der EU gerettet haben. Nun gibt es eine fünfseitige EU-Verordnung, die genau beschreibt, wie der Käse auszusehen hat, wie viel Wasser er enthalten darf und wie hoch der Anteil der Fettmasse an der Trockenmasse sein muss.