Politik Diktatoren im Ruhestand
Bericht von Oliver Ramme
Wohin mit Hosni Mubarak? Soll er in Ägypten bleiben? Oder soll er ins Exil? Wenn ja, wohin? Sogar Deutschland war schon im Gespräch als Zufluchtsort des gehassten ägyptischen Diktators.
Mubarak ist nicht der erste Machthaber, der sich über solche Fragen Gedanken machen muss. Mobuto, Suharto, Baby Doc Duvalier, Enver Hoxha, Idi Amin, Ferdinand Marcos, die Liste blutrünstiger Diktatoren ist lang.
Es gibt keinen amtlichen Wettbewerb, der den schlimmsten Diktator der jüngsten Weltgeschichte prämiert. Doch viele Beobachter würden dem Regime Suharto die Krone verleihen. Transparency International bezeichnet ihn als den korruptesten Diktator aller Zeiten. Während seiner Gewaltherrschaft sollen über eine Millionen Menschen in Pogromen umgebracht worden sein. Unter anderem bei der Eroberung der ehemaligen portugiesischen Kolonie Ost-Timor.
Geliebter Antikommunist
Geliebt vom Westen als strikter Antikommunist, verging er sich ohne nennenswerten internationalen Aufschrei an nahezu allen Bevölkerungsgruppen seines Inselreichs. Nicht nur das, er bereichert sich schamlos mit Staatsgeldern. 15, vielleicht sogar 50 oder 70 Milliarden Dollar soll er auf die Seite geschafft haben.
Bitter nur: Suharto wurde dafür nie zur Rechenschaft gezogen. Auch musste er Indonesien nach seinem Rücktritt nicht verlassen. Zwar versuchte ihm die Justiz den Prozess wegen Korruption zu machen. Wegen findiger ärztliche Atteste, die seine Verhandlungsunfähigkeit bescheinigten, musste er nie vor Gericht erscheinen. 2008, zehn Jahre nach seinem Rücktritt, stirbt Suharto und wird mit allen militärischen Ehren begraben.
Und Suharto ist nur ein Beispiel, das Oliver Ramme in seinem Bericht aufzählt, bei dem ein Diktator ungestraft seinen Ruhestand genießen konnte.
Auflistung von Diktatoren (sourcewatch.org)