Politikberatung IV Fragwürdige Nähe
Robert Pielke jr. untersucht die Rolle der wissenschaftlichen Berater von US-Präsidenten
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- US-Präsident Obama holte sich den Wirtschaftswissenschaftler Sperling als Berater in sein Regierungsteam. (picture alliance / dpa | Pete Souza)
Die Politik ist häufig auf wissenschaftliche Expertisen angewiesen, und die Wissenschaft will ihre Ergebnisse in der Politik berücksichtigt sehen. Aber das Verhältnis von Experten und Politik, von Beratung und Demokratie ist schwierig.
Denn die beiden Systeme - Wissenschaft und Politik - funktionieren nach völlig anderen Regeln. Und auch die Öffentlichkeit spielt eine große Rolle dabei. Die Frage ist, wie das Verhältnis von Politikern, Experten und Öffentlichkeit organisiert werden kann, um eine effektive Politik unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Interessen der Öffentlichkeit zu ermöglichen.
Beraterstäbe und ihre Wirkung
In verschiedenen Ländern gibt es unterschiedliche Strukturen, um diese Aufgabe zu meistern. In den USA etwa steht ein wissenschaftlicher Berater, ein "Science Advisor", als Chef eines ganzes Beraterstabes dem Präsidenten zur Seite. Welche Wirkung dieser Berater in den vergangenen fünf Jahrzehnten hatte und wie diese Form der Beratungstätigkeit funktioniert, das hat der Umweltwissenschaftler Robert Pielke jr., Professor für Umweltstudien am Center for Science and Technology Policy Research der University of Colorado, untersucht.
Über die Ergebnisse von Interviews mit früheren und noch aktiven "Presidential Science Advisors" sprach Pielke in seinem Vortrag "Lessons from 50 Years of Science Advice to the US President" am 17. April 2012 in Berlin im Rahmen der Vorlesungsreihe "Wissenschaftliche Politikberatung" (Teil I und Teil II), die von der Leibniz-Gemeinschaft und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften veranstaltet wird.