Dienstag, 21. Mai 2013

Hörsaal /

Politikberatung V Ethischer Rat für politische Streitfragen  

Jens Reich und Peter Weingart über "Gentechnologie im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik"

Auf einem Foto wird zur Stammzellengewinnung einem menschlichen Embryo eine einzelne Zelle entnommen.
Auf einem Foto wird zur Stammzellengewinnung einem menschlichen Embryo eine einzelne Zelle entnommen. (AP/Advanced Cell Technology)

Kaum ein Thema aus Medizin und Ethik ist in Deutschland so umstritten wie die PID, die Präimplantationsdiagnostik: Außerhalb des Mutterleibs gezeugte Embryonen werden auf genetische Defekte hin untersucht und nur ein gesunder Embryo wird er in den Mutterleib eingepflanzt.

Seit Dezember 2011 ist die PID in Deutschland in bestimmten Fällen zulässig. Um diese rechtliche Entscheidung wurde heftig gerungen. Für manche ist die PID eine Selektion, die gegen die Würde des Menschen verstößt und gegen das Recht des Embryos auf Leben.

PID und wissenschaftliche Politikberatung

Im Vorfeld der politischen Entscheidung zur PID hat die Beratung durch wissenschaftliche Experten eine wichtige Rolle gespielt. Dadurch ist eine weitere ethische Dimension des Themas deutlich geworden: Dürfen Wissenschaftler das überhaupt? Darf die Wissenschaft in ethischen Fragen politische Stellungnahmen abgeben oder überschreitet sie damit ihre Grenzen?

Erfahrungen aus dem Deutschen Ethikrat

Um diese Fragen geht es in den Vorträgen von Jens Reich und Peter Weingart, die wir im Hörsaal senden. Jens Reich ist Mediziner und Molekularbiologe. Bekannt wurde er als Bürgerrechtler in der DDR. Zwölf Jahre lang war Reich Mitglied des Nationalen und dann des Deutschen Ethikrats. Er erzählt von seinen eigenen Erfahrungen aus der Politikberatung als Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Peter Weingart hat als Professor an der Universität Bielefeld jahrzehntelang zum Verhältnis von Politik und Wissenschaft geforscht. In seinem Vortrag entwickelt er unterschiedliche Modelle, wie Wissenschaftler Politiker beraten können.

"Gentechnologie im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik" lautet der Titel der Veranstaltung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, auf der Jens Reich und Peter Weingart am 11. Dezember 2012 geredet haben. Die Veranstaltung gehört zum zweiten Teil der Akademievorlesungsreihe "Wissenschaftliche Politikberatung".

 



Vortragsreihe "Wissenschaftliche Politikberatung" bei DRadio Wissen:

Politikberatung VI – Gentechnik im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik
Diskussion zu den Vorträgen von Jens Reich und Peter Weingart 
(Hörsaal vom 05.03.2013)

Politikberatung VII – Aus dem stahlharten Gehäuse der Hörigkeit ausbrechen
Vortrag von Ottmar Edenhofer
(Hörsaal am 06.03.2013)

Politikberatung VIII – Mythos Politikberatung
Vortrag von Thomas Leif
(Hörsaal am 07.03.2013)


Mehr bei DRadio Wissen:

Politikberatung I – Das heikle Geschäft der Politikberatung
Der Politikwissenschaftler Dirk Messner spricht über die Fallstricke wissenschaftlicher Politikberatung
(Hörsaal vom 17.09.2012)

Politikberatung II – Ethischer Rat nach Fukushima
Der Risikoforscher Ortwin Renn beschreibt Politikberatung in Krisenzeiten
(Hörsaal vom 18.09.2012)

Politikberatung III – Dissens als Taktik
Naomi Oreskes erläutert ihre Thesen über den politischen Missbrauch wissenschaftlicher Kontroversen
(Hörsaal vom 19.09.2012)

Politikberatung IV – Fragwürdige Nähe
Robert Pielke jr. untersucht die Rolle der wissenschaftlichen Berater von US-Präsidenten
(Hörsaal vom 20.09.2012)

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