Politikberatung VII Aus dem Gehäuse der Hörigkeit ausbrechen
Der Ökonom Ottmar Edenhofer stellt Modelle der Politikberatung vor
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- Mitglieder des Deutschen Ethikrates verfolgen im Bundestag in Berlin die Debatte über Änderungen im Stammzellgesetz. (AP)
Wissenschaftler beraten Politiker nicht einfach so, wie sie das persönlich vielleicht gerne hätten.
Für Politikberater gibt es genau vorgegebene Spielregeln, andererseits aber existieren diverse Beratungsmodelle, mit denen sich arbeiten lässt. Wie so oft im Leben: Nicht immer sind die nur gut oder nur schlecht – es gibt auch dort viele Grauzonen.
Der Soziologe Max Weber hat sogar die Gefahr gesehen, dass Politiker irgendwann nur noch so handeln könnten, wie die Experten ihnen das vorgeben. Er hat das als "stahlhartes Gehäuse der Hörigkeit“ beschrieben.
Verschiedene Beratungsmodelle existieren
Unser heutiger Redner, Professor Ottmar Edenhofer, nimmt diesen Begriff daher in seinen Vortragstitel mit auf: "Ausbruch aus dem stahlharten Gehäuse der Hörigkeit – Modelle wissenschaftlicher Politikberatung“. Edenhofer arbeitet für das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, MCC in Berlin und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist Edenhofer durch seine Tätigkeit im Weltklimarat der Vereinten Nationen, IPCC.
Wissenschaftler als Kartographen für die Politik
Er vertritt die Auffassung, dass Wissenschaftler als Kartographen den Politikern Wege zu verschiedenen Zielen aufzuzeigen hätten. Die Kompromiss- und somit Entscheidungsfindung sei aber dann deren Sache. Der Vortrag stammt aus der Vorlesungsreihe der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zur Politikberatung vom 11. Dezember 2012 in Zusammenarbeit mit der Leibniz-Gemeinschaft.